Mit App und Tomate durch Warendorf
Schüler:innen entwickeln digitale Mapstories über globale Gerechtigkeit
Warendorf – Woher kommt eigentlich die Tomate in der Dose? Und was hat das mit uns zu tun? Diesen Fragen sind über zwei Dutzend Schüler:innen des Gymnasiums Laurentianum in einer ganz besonderen Projektwoche nachgegangen. Mit Hilfe von Geoinformatik und Augmented Reality haben sie digitale Geschichten – sogenannte Mapstories – entwickelt, die den Weg der Tomate vom Feld bis ins Supermarktregal nachzeichnen.
Dabei ging es nicht nur um Technik, sondern vor allem um Menschenrechte, Arbeitsbedingungen und globale Gerechtigkeit. Im Austausch mit Yvan Sagnet, einem der bekanntesten Menschenrechtsaktivisten Europas und Präsidenten der Kooperative NoCap für mafiafreie Tomaten, erhielten die Jugendlichen direkte Einblicke in die Realität der Erntehelfer:innen in Süditalien.
„Mit Augmented Reality können wir Geschichten ganz anders erzählen“, erklärt Victor Waal von spotAR, einem der Projektpartner. „Die Infos erscheinen direkt am Ort des Geschehens – so werden Zusammenhänge plötzlich viel greifbarer.“
Lehrer Robin Krühler, der das Projekt betreute, ergänzt: „Unsere Schüler:innen haben Mapstories erstellt, die man an verschiedenen Orten in Warendorf abrufen kann. So wird der globale Tomatenhandel lokal erlebbar – und vielleicht auch der eigene Berufswunsch neu gedacht.“
Die Reaktionen der Jugendlichen zeigen: Das Thema bewegt. „Mich hat schockiert, wie schlecht die Arbeitsbedingungen teilweise sind – und dass das vielen egal ist“, sagt Schüler Justin. Doch es blieb nicht bei Betroffenheit: Auch Lösungsansätze wurden diskutiert.
Nina Spier vom Projektpartner Vamos e.V. betont: „Uns geht es darum, Hoffnung zu geben. Die Schüler:innen sollen sehen: Es gibt Alternativen – und jeder kann etwas tun.“
Die digitalen Stationen sind weiterhin an verschiedenen Orten in Warendorf zugänglich. Einfach das Smartphone zücken – und eine Tomatengeschichte erleben, die unter die Haut geht.













