Warendorfer Karnevalsgesellschaft feiert Prinz Matthias I.
Mitreißende Prinzenproklamation in neuer Event-Narhalla
Warendorf. Mit einer Mischung aus traditionsreichem Narrentum und moderner Eventkultur hat die Warendorfer Karnevalsgesellschaft (WaKaGe) am Samstagabend ein Fest der Superlative gefeiert. Die ehemalige Industriehalle verwandelte sich für gut 1000 Gäste in eine prachtvoll dekorierte Narhalla – und bildete damit den stimmungsvollen Rahmen für eine Prinzenproklamation, die Maßstäbe setzte. „Ein Abend, der zeigt, dass der Karneval nördlich des Rheinlandes längst zuhause ist“, erklärte der sichtlich erfreute WaKaGe-Präsident Hermann-Josef Schulze-Zumloh.
Tanzkunst, Energie und Emotionen
Die Tanzgruppen „Hüpfer“, „Flöckchen“ und das große WaKaGe-Ballett eröffneten das Programm mit energiegeladenen Garde- und Schautänzen, die das Publikum zu stehenden Ovationen hinrissen. Nach monatelanger Vorbereitung boten die Tänzerinnen eine beeindruckende Vielfalt an Choreografien und Bühnenbildern. Die Ehrensenatorin Bettina Sieckendiek nutzte den Rahmen, um den Trainerinnen ihren Dank auszusprechen – verbunden mit einer Einladung zum Musical „Zurück in die Zukunft“.
Tradition, die bewegt
Die Alte Beckumer Stadtwache sorgte mit prächtigen Uniformen, Marschmusik und gelebter Traditionspflege für ausgelassene Stimmung. Einmarsch, Polonaise und ein mitreißendes Mitsing-Repertoire machten deutlich, dass die erfahrenen Karnevalisten genau wussten, wie sie die Warendorfer Gäste in Bewegung bringen.
Kölsche Töne in Westfalen
Ein musikalischer Höhepunkt gelang der kölschen Kultband Klüngelköpp, die mit Songs wie „Stääne“, „Kölsche Fiesta“ und „Bella Ciao“ die Stimmung auf den Siedepunkt trieb. Besonders beeindruckte der neue Titel „C'est la vie“, der für einen emotionalen Moment im Saal sorgte. Die Band zeigte sich nahbar, energiegeladen und fest verwurzelt in der kölschen Musiktradition – ein Funke, der mühelos auf das Publikum übersprang.
Kabarett mit regionaler Würze
Kabarettist Christoph Brüske verband rheinischen Esprit mit westfälischem Humor und brachte pointierte Gesellschaftssatire auf die Bühne. Als „Mann für das Besondere“ beschrieb er augenzwinkernd seine Babyboomer-Generation – und dichtete nebenbei, Warendorf sei „der G-Punkt an der Ems“.
Ehrungen und emotionaler Prinzenwechsel
Im Rahmen des Abends ehrte die WaKaGe vier Jubiläumsprinzen:
Roman Bosse (2015), Martin Huerkamp (2004), Raimund Juli (1993) und Heinz Vorwerk (1982).
Präsident Schulze-Zumloh und Moderator Volker Brügge führten charmant und mit zahlreichen Anekdoten durch das abwechslungsreiche Programm.
Nach dem emotionalen Abschied von Prinz Totti I. (Thorsten Habermeier) sorgten die Partyband „musica è“, Hofsängerin Linda Tönnies und die Tänzerinnen des WaKaGe-Balletts dafür, dass die Stimmung noch einmal spürbar anzog.
Dann war die Bühne frei für Prinz Matthias I. „Der Warendorfer Tabler aus dem Elferrat“ (Matthias Elpers). Fünf Minuten lang feierte ihn das Publikum, während er sich seinen Weg durch die begeisterte Menge bahnte. Anschließend erhielt er den Moritz – das Symbol seiner Regentschaft. „Ich freu mich auf eine fantastische Zeit mit Euch“, erklärte der neue Prinz, bevor sein Prinzenlied Premiere feierte.
Ausklang in der Partyzone
Mit dem Auszug aus der Narhalla begann eine lange Nacht voller Tanz, Musik und ausgelassener Fröhlichkeit. Die diesjährige Prinzenproklamation zeigte eindrucksvoll, wie Warendorf Tradition und moderne Eventkultur verbindet – und warum die WaKaGe in der regionalen Karnevalslandschaft eine feste Größe ist.













