Mut, Freiheit und Zivilcourage
Westpreußisches Landesmuseum eröffnet Ausstellung zu Ales Bialiatski
Warendorf. Mit einer eindrucksvollen und tief bewegenden Sonderausstellung hat das Westpreußische Landesmuseum am Samstag, den 15. November 2025, ein kraftvolles Zeichen für Demokratie und Menschenrechte gesetzt. Unter dem Titel „I am not afraid, let them be afraid!“ – Ales Bialiatski widmet das Museum seine zweite Präsentation innerhalb des neuen Formats „Warendorfer Fenster nach Osteuropa“ dem belarussischen Menschenrechtsaktivisten und Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski.
Bialiatski, Gründer des Menschenrechtszentrums Viasna („Frühling“), zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Stimmen der demokratischen Bewegung in Belarus. Sein unerschütterlicher Einsatz für Menschenwürde, Freiheit und eine starke Zivilgesellschaft brachte ihn international große Anerkennung – in seiner Heimat jedoch auch Repressionen. Seit dem 14. Juli 2021 befindet er sich gemeinsam mit weiteren Aktivisten von Viasna in Haft. Die Ausstellung macht deutlich, dass sein Schicksal exemplarisch für den Umgang des belarussischen Regimes mit friedlichem Engagement steht.
Auf sehr persönliche Weise zeichnet die Schau die Stationen von Bialiatskis Leben nach – von seinen frühen Jahren über den Aufbau einer der bedeutendsten Menschenrechtsorganisationen Osteuropas bis hin zu seinem mutigen Widerstand gegen staatliche Willkür. Gleichzeitig gewährt sie tiefe Einblicke in die politisch-gesellschaftliche Lage in Belarus. Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielschichtiges Panorama aus Biografie, Geschichte und aktueller Zeitzeugenschaft.
Zur Ausstellungseröffnung führte PD Dr. Dmitry Chigrin (Düsseldorf) in das Thema ein. Der gebürtige Belarusse, seit über 25 Jahren in Deutschland in der Nanotechnologie tätig, engagiert sich seit 2020 intensiv für ein demokratisches Belarus. Als ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins RAZAM e. V. setzt er sich für politische Aufklärung und den Erhalt kultureller Traditionen seines Heimatlandes ein. Sein Vortrag bot einen wissenschaftlich reflektierten wie persönlich gefärbten Blick auf die Entwicklungen in Belarus – und auf die Bedeutung von Bialiatskis Wirken für die gesamte Region.
Mit dieser Ausstellung möchte das Westpreußische Landesmuseum nicht nur das persönliche Schicksal eines herausragenden Friedensnobelpreisträgers würdigen. Sie soll auch ein Appell sein – an die europäische Öffentlichkeit, an die Verantwortung jedes Einzelnen und an die unverzichtbare Bedeutung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Zivilcourage.
Die Ausstellung ist ab sofort im Westpreußischen Landesmuseum, Klosterstraße 21 in Warendorf, zu sehen. Der Eintritt ist frei.













