Kreis Warendorf schützt einzigartigen Lebensraum
Naturjuwel Klatenberge wird gestärkt
TRelgte - Mitten im Kiefernforst der Klatenberge im Norden von Telgte verbirgt sich ein echtes Naturjuwel: die letzte Wacholderheide im Kreis Warendorf. Um diesen seltenen Lebensraum langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, werten der Kreis Warendorf und die Stadt Telgte eine rund 3,5 Hektar große Fläche naturschutzfachlich auf.
Was heute vielerorts von Kiefern geprägt ist, war ursprünglich eine offene Heidelandschaft mit niedriger Vegetation, Wacholderbüschen und offenen Sandflächen. Erst ab den 1950er Jahren wurden große Teile der Klatenberge mit Kiefern aufgeforstet. Die verbliebenen Heideflächen sind daher wertvolle Relikte einer früher typischen Schafweidelandschaft und besitzen eine hohe ökologische wie kulturhistorische Bedeutung.
Wacholderheiden sind im Münsterland nur noch selten zu finden. Sie bieten zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum und unterscheiden sich deutlich von ihrer bewaldeten Umgebung. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt an.
Kurzfristig wird zunächst die bestehende kleine Heidefläche entlang des Hauptweges erweitert. Durch das gezielte Entfernen einzelner Bäume und das Abschieben der nährstoffreichen Streuschicht entstehen wieder lichte, sandige Bereiche, in denen sich die Heide verjüngen und ausbreiten kann. Ergänzend werden junge Wacholderpflanzen gesetzt, die aus heimischen Stecklingen stammen und mehrere Jahre vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen angezogen wurden.
Darüber hinaus ist in einem weiteren Teil der Fläche ein schrittweiser Waldumbau geplant. Durch behutsame Auflichtung soll mehr Licht in den Wald gelangen – besonders zugunsten einiger alter Wacholder, die auf sonnige Standorte angewiesen sind. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines naturnahen, standorttypischen Eichen-Birkenwaldes.
Markante alte Kiefern und Eichen bleiben als wertvolles Altholz erhalten. In Randbereichen soll zudem ein lichter Waldmantel entstehen, der sonnige Übergangszonen schafft. Diese bieten Potenzial für offene Heide- und Magerrasenstrukturen und damit auch für seltene Insektenarten.
Was auf den ersten Blick wie eine starke Störung wirken mag, ist aus naturschutzfachlicher Sicht ein wichtiger Impuls. Dünen- und Heidelebensräume waren schon immer von Veränderung und Dynamik geprägt. Durch die Maßnahmen wird der bislang sehr statische Kiefernwald wieder vielfältiger – und bietet künftig mehr Raum für eine artenreiche Flora und Fauna.
Abgestimmt wurde das Projekt zwischen der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf, der Stadt Telgte, dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sowie der NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V. Spaziergängerinnen und Spaziergänger können die Entwicklung der Klatenberge auch weiterhin über die zahlreichen Wege erleben – und dabei beobachten, wie ein wertvoller Lebensraum Schritt für Schritt neu entsteht.













