Neues Kino für Warendorf?
Diskussion um Kinoneubau auf Brinkhaus-Gelände
Auf der Brache des ehemaligen Brinkhaus-Geländes in Warendorf könnte bald ein neues, größeres Kino entstehen. Der Stadtentwicklungsausschuss wird sich am 5. Dezember in einer kommenden Sitzung mit dem Projekt befassen. Die Verwaltung soll laut der Vorlage beauftragt werden, die Machbarkeit eines solchen Kinoneubaus zu prüfen und eine fundierte Einschätzung der Auswirkungen auf die Stadtentwicklung vorzunehmen. Dies umfasst unter anderem die Prüfung von infrastrukturellen Veränderungen und die potenziellen wirtschaftlichen sowie sozialen Vorteile für Warendorf.
Ein neues Kino könnte eine attraktive Ergänzung für die Stadt Warendorf darstellen, insbesondere, weil es das kulturelle Angebot erweitert und eine größere Vielfalt an Filmen ermöglichen würde. Zudem könnte es dazu beitragen, das Gebiet des ehemaligen Brinkhaus-Geländes wiederzubeleben und neuen Schwung in die Entwicklung der Stadt zu bringen. Die Nutzung dieser Brache für ein modernes Kino könnte ein entscheidender Schritt sein, um das Areal zu transformieren und für die Anwohner und Besucher attraktiver zu gestalten.
Aktuelles Kino zu klein: Johannes Austermann wünscht sich größeren Neubau
Der Betreiber des Scala Filmtheaters, Johannes Austermann, hat das Projekt ins Leben gerufen und angeregt, über einen Neubau nachzudenken. Das aktuelle Kino in der Altstadt verfügt lediglich über zwei Säle, was dazu führt, dass es Schwierigkeiten hat, mit größeren Kinos in der Region zu konkurrieren. Besonders bei großen Filmstarts ist dies ein Problem, da oft nicht genug Platz vorhanden ist, um den Bedarf der Besucher zu decken. Diese Wettbewerbsnachteile führen dazu, dass das Kino weniger Besucher anziehen kann und somit nicht das volle wirtschaftliche Potenzial ausschöpfen kann. Hinzu kommt, dass das bestehende Gebäude nur gepachtet ist, was die Planungssicherheit für langfristige Investitionen erheblich einschränkt. Zum Beispiel ist es schwierig, das Gebäude barrierefrei zu machen oder größere Renovierungen durchzuführen, ohne das Risiko einzugehen, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird.
Austermann möchte daher ein neues Kino mit fünf Sälen aufbauen, das insgesamt bis zu 570 Personen Platz bieten könnte. Die Planung sieht vor, vier kleinere Säle mit jeweils bis zu 80 Sitzplätzen und einen großen Saal mit bis zu 250 Sitzplätzen zu schaffen. Auf diese Weise könnten mehr Filme parallel gezeigt werden, was das Angebot für die Kinobesucher attraktiver machen würde. Das neue Gebäude soll im Stil eines klassischen Filmtheaters der 1950er Jahre gestaltet werden, um ein nostalgisches und charmantes Ambiente zu schaffen, jedoch ohne dabei auf modernste Filmtechnik zu verzichten. Die Ausstattung soll höchsten Ansprüchen genügen, mit neuester Projektionstechnologie und hochwertigen Soundsystemen, um den Besuchern ein unvergleichliches Filmerlebnis zu bieten. Laut einer durchgeführten Machbarkeitsstudie würde sich ein solcher Neubau auch wirtschaftlich tragen und nachhaltig betreiben lassen, was die Rentabilität des Projektes unterstreicht.
Die Stadtverwaltung steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Sie sieht gute Chancen für die Entwicklung der Innenstadt und verweist auf positive Beispiele aus anderen Städten, wie etwa Monheim, wo Kino-Neubauten ebenfalls erfolgreich zur Belebung der Innenstädte beigetragen haben. Durch die Ansiedlung eines neuen Kinos könnten auch andere Bereiche der Stadtentwicklung profitieren, etwa die lokale Gastronomie, da ein Kino viele Besucher anzieht, die oft auch die umliegenden Restaurants und Cafés nutzen. Geklärt werden muss jedoch vor allem die Frage der ausreichenden Parkmöglichkeiten, da ein Kino dieser Größenordnung entsprechende Kapazitäten benötigt, um den erwarteten Besucherandrang zu bewältigen. Die Verwaltung schlägt daher vor, eine detaillierte Analyse des "ruhenden Verkehrs" vorzunehmen, um sicherzustellen, dass genügend Parkplätze für die Besucher zur Verfügung stehen.
Eine Fläche von etwa 1.500 Quadratmetern, die nördlich an den Stadtplatz grenzt, könnte sich als geeignet für das neue Kino erweisen. Diese Fläche ist aktuell als "Mobility Hub" gedacht, könnte aber möglicherweise umgewidmet werden, um das Kino dort anzusiedeln. Ein solches Projekt könnte auch zur besseren Nutzung des öffentlichen Raums beitragen, indem es eine attraktive Anlaufstelle für die Menschen in der Region schafft. Das Kino könnte nicht nur als Ort des kulturellen Austauschs dienen, sondern auch das soziale Leben in Warendorf beleben und für eine gesteigerte Attraktivität der gesamten Innenstadt sorgen. Die Verwaltung möchte in den nächsten Schritten die genauen Voraussetzungen für eine Umnutzung der Fläche prüfen und den Dialog mit den Anwohnern und weiteren Stakeholdern aufnehmen, um eine möglichst breite Zustimmung für das Vorhaben zu erhalten.













