Warendorf - Aus einem bestehenden Einfamilienhaus mit Verkaufsraum an der Milter Straße 23 soll ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt neun Wohneinheiten entstehen. Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, prüft die Stadt Warendorf die Anwendung des sogenannten „Bau-Turbos“. Bevor darüber entschieden wird, können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu den Plänen äußern.
Das geplante Bauvorhaben entspricht in seiner derzeit vorgesehenen Form nicht den Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 1.07 „zwischen Milter Str., Wiesengrund und Linnenwiese“. Auch über die regulären Befreiungsmöglichkeiten des Baugesetzbuches könnte das Projekt nach Angaben der Stadt nicht genehmigt werden.
„Bau-Turbo“ könnte Wohnprojekt ermöglichen
Deshalb wird nun geprüft, ob das Vorhaben auf Grundlage von § 31 Abs. 3 in Verbindung mit § 36a Baugesetzbuch (BauGB) zugelassen werden kann. Die als „Bau-Turbo“ bezeichnete Regelung ermöglicht es, zugunsten des Wohnungsbaus von bestehenden Festsetzungen eines Bebauungsplans abzuweichen.
Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass das Vorhaben auch unter Berücksichtigung der Interessen der Nachbarschaft mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist.
Da an der Milter Straße weniger als zehn neue Wohneinheiten entstehen sollen, wird die Entscheidung nicht in den politischen Gremien getroffen. Auf Grundlage eines entsprechenden Grundsatzbeschlusses des Rates der Stadt Warendorf vom 19. Februar 2026 liegt die Entscheidung über die Zustimmung oder Ablehnung in diesem Fall beim Bürgermeister der Stadt Warendorf.
Bürger können zwei Wochen lang Stellung nehmen
Bevor die Entscheidung fällt, beteiligt die Stadt die Öffentlichkeit. Vom 14. bis einschließlich 27. September 2026können Stellungnahmen zum geplanten Umbau und zu den dafür notwendigen Befreiungen eingereicht werden.
Dies ist online über das Beteiligungsportal „Beteiligung NRW“, per Post an die Stadt Warendorf, Team Bauleitplanung, Freckenhorster Straße 43, 48231 Warendorf, oder per E-Mail an die Stadtplanung möglich.
Wer auf seine Stellungnahme eine persönliche Rückmeldung erhalten möchte, muss dies ausdrücklich angeben und entsprechende Kontaktdaten hinterlassen.
Da das Vorhaben entsprechend des Grundsatzbeschlusses nicht in den politischen Gremien beraten wird, werden die eingegangenen Stellungnahmen laut Stadt Warendorf anschließend nicht veröffentlicht.
Damit könnte an der Milter Straße künftig neuer Wohnraum für neun Parteien entstehen. Zunächst haben jedoch die Warendorferinnen und Warendorfer die Gelegenheit, sich zu dem Vorhaben zu äußern.













