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Letzte Informationsveranstaltung zur Nutzung der Emsinsel

Letzte Informationsveranstaltung zur Nutzung der Emsinsel – Saaldiskussion vom Moderationsteam abgelehnt

Zum letzten Mal fand am Dienstagabend im Sophiensaal eine Informationsveranstaltung zur möglichen Nutzung der Emsinsel statt. Mehrere Stuhlreihen standen für die knapp 45 minütige Frontalveranstaltung bereit, reichten bei weitem jedoch nicht aus. Die Resonanz aus der Bevölkerung war überwältigend. Im hinteren Teil des Sophiensaals standen Stellwände, auf denen die bisherigen Ergebnisse aus dem Moderationsverfahren gepinnt waren.

Holger Hoffschröer (Reicher Haase), Henrik Freudenau (Stadtraumkonzept), Anne Behlau (Stadtraumkonzept) und Carsten Göhring (Reicher Haase) übernahmen die Moderation des Abends und erläuterten die Vorgehensweise. Was die Besucher klar raushören konnten: es handelt sich ausschließlich um die „Unterstützung der Politik bei der Entscheidungsfindung“ und nicht um eine abschließende Entscheidung. Durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen und Bürgern der Stadt Warendorf sollte eine „Warendorfer Position“ gefunden werden. Auch bei mehreren Workshops konnte diese jedoch nicht abschließend gebildet werden. Aus den Rücklaufen der Bürgerumfrage (1472 Postkarten und 1296 Online) und den Gesprächprotokollen erstellte das Projektteam acht Szenarien, die während der Werkstätte zu drei verdichtet wurden. An den Werkstätten nahmen insgesamt 30 Bürger aus unterschiedlichen politischen Richtungen, unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Präferenzen teil, um auch hier die breite Masse der Bevölkerung abzubilden. Auch die Investoren beteiligten sich an diesem Verfahren.

Statt eines konkreten Vorschlages entwickelte sich jedoch ein umfangreicher Fragenkatalog über 29 Punkte, die von der Politik abgearbeitet werden müssen. Denn in wie weit die Stadt Warendorf bereit ist Geld zu investieren, welcher Anteil der Fläche bebaut werden soll oder welche Gebäude erhalten werden sollen sind Fragen die es zu beantworten gilt, bevor ein konkreter Bebauungsplan entstehen kann.

Nach der Informationsveranstaltung hatten sich die Besucher insbesondere auf die anschließende Diskussionsrunde gefreut. Diese fiel allerdings aus!  Im Anschluss hatten die Interessierten die Möglichkeit, mit dem Projektteam an den Stellwänden ins Gespräch zu kommen. Sigfrid Krebser, Vertreter für den Arbeitskreis neue Emsinsel zeigte sich hierüber erzürnt. „Es ist ein Missstand, dass keine offene Diskussion zugelassen wird. Ich habe auf eine temporeiche und kritische Veranstaltung gehofft. Aus taktischen Gründen verweigern sie uns diese Möglichkeit.“ Einen Vorwurf, den Henrik Freudenau von sich wies. „Der Diskussionsbedarf mag da sein, hätte für unseren Prozess aber keinen Mehrwert“.

Auch Bürgermeister Axel Linke freute sich über die hohe Beteiligung der Bevölkerung, stellte im Gespräch mit „Dein WAF“ jedoch klar, dass die Politik keine Schnellschüsse wagen wird. „Wir werden uns die Zeit nehmen, alle Fragen zu beantworten. Auch wenn eine völlige Versiegelung der Fläche beispielsweise ausgeschlossen ist. Wir sprechen jetzt seit zehn Jahren über das Gelände und sind uns wohl alle sicher, dass etwas getan werden muss“.

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