23. Juni 2020 / Allgemein

Lockdown (light) im Kreis Warendorf

Dein WAF NEWS

„Die Bürgerinnen und Bürger, wir alle, müssen uns keinen Vorwurf machen, sondern den Schlamassel hat Tönnies verursacht. Er und die mangelnde Sorgfalt in seiner Firma haben dazu geführt, dass viele Bürgerinnen und Bürger unter diesen Maßnahmen jetzt leiden müssen.“

Landrat Dr. Olaf Gericke sparte auch heute nicht mit deutlichen Worten, die sich gegen den Rheda-Wiedenbrücker Fleischverarbeiter und Schlachthof Tönnies richteten. Denn Gericke kam die unangenehme Aufgabe zu, den Kreis Warendorf im Auftrag der Landesregierung bis vorläufig zum 30. Juni in den Lockdown zu schicken. Ursprünglich hatte Gericke gehofft, diese Maßnahmen auf den Süden des Kreises beschränken zu können.

Die Konsequenzen sind für einige Bereiche sehr hart. Die Schulen und Kitas schließen ab Donnerstag (Oelde bereits ab Mittwoch). Während des Lockdown dürfen sich nicht mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum treffen, sofern sie nicht in häuslicher Gemeinschaft leben. Geschlossen bzw. verboten sind ab Mittwoch: Kontaktsport (auch im Freien), Sport in geschlossenen Räumen, Fitnessstudios, Bars, Spielhallen, Theater, Museen, Kinos usw. Auch das Bürgerbad Emsinsel (Freibad Warendorf) schließt!

Ebenso sind Versammlungen, Feste und Veranstaltungen untersagt, Ferienfreizeiten, Picknick und Grillen im öffentlichen Raum. Restaurantbesuche bleiben erlaubt, sofern die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden können.

Untersagt sind zudem Reisebusfahrten, was für viele Menschen, die gerade jetzt in den Urlaub starten wollten, zu einem großen Problem werden kann. Auch weiß man von Bundesländern, die den Aufenthalt von Menschen aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh auf ihrem Territorium verbieten, sofern sie nicht den Nachweis eines negativen Test erbringen können. Daher soll, neben den beiden bekannten Testzentren im Kreis, durch die Bundeswehr ein weiteres Großtestzentrum eingerichtet werden. Landrat Dr. Gericke hat sich bei Gesundheitsminister Spahn eingesetzt, dass dieser diese Bitte an die Truppe umgehend nachdrücklich unterstützt. Jeder könne sich auch ohne Symptome testen lassen, um beispielsweise eine solche Negativbescheinigung zu erlangen. „Wir wissen noch nicht, an wen wir die Rechnung schicken werden“, so Dr. Gericke, der damit andeutete, dass auch Clemens Tönnies der Empfänger der Rechnungen sein könne.

Vor allem komme es jetzt darauf an, den Kreis der Infizierten klein zu halten, alle Quarantäne- und Schutzmaßnahmen einzuhalten und damit nach einer Woche wieder zu einem relativ normalen Zustand zurückkehren zu können. „Wir müssen jetzt verhindern, dass die Übertragung des Virus von der klar lokalisierbaren Quelle Tönnies auf die Gesamtbevölkerung verhindert wird“, so Dr. Gericke. „Ich kann die Menschen im Kreis nur um Verständnis und Geduld bitten, auch wenn diese Maßnahme in den nicht betroffenen Orten schwer nachzuvollziehen ist.

Damit bezog er sich vor allem auf die Orte im Nordwesten, die Null oder nur sehr wenige Infizierte aufweisen. Die Zahlen haben aber auch etwas beruhigendes, denn es wurden nur wenige weitere Infizierte festgestellt und bislang scheint der Kreis der Betroffenen sich tatsächlich auf Tönnies-Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen zu beschränken.

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