31. Mai 2017 / Allgemein

NACHWUCHSDEMO

Nachwuchsdemo in Warendorf

NACHWUCHSDEMO

NACHWUCHSDEMO

Kein Verfassungsschutz, keine Einsatzhundertschaften, keine Wasserwerfer. Trotz eines stattlichen Aufgebots von geschätzt rund 200 lautstarken Demonstranten auf dem Warendorfer Laurentiuskirchplatz, die mit erhobenen Fäusten und schrillen Trillerpfeifen in einem ohrenbetäubenden Lärm immer wieder den Schlachtruf „OGS, OGS!“ skandierten. Nur 4 einsame Polizeibeamte standen abseits um einzugreifen, falls bei den Kindern was passieren sollte.

Denn die Demonstranten waren Kids der Warendorfer Offenen Ganztagsschulen, unterstützt von einer „Abordnung“ der Kita Kunterbunt. Ihr Ziel – und das der organisierenden Eltern, Betreuer und Lehrkräfte: Gute OGS darf keine Glücksache sein! So auch das Motto der von der Freien Wohlfahrtspflege gestarteten Kampagne, die noch bis zum 12. Juli läuft und auf die Missstände im Offenen Ganztag hinweisen soll. Denn Offene Ganztagsschulen sollen zwar ein umfassendes Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebot bieten. Allerdings sind die Rahmenbedingungen nicht mehr ausreichend. Deshalb fordert die Freie Wohlfahrtspflege NRW entscheidende Verbesserungen und einheitliche Standards.

„OGS begann vor ca. 10 Jahren“ erläutert Herbert Kraft vom Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf und beklagt, dass sich die ehemalige Kinderbetreuung nicht wirklich weiter entwickelt habe. Seinerzeit sei Betreuung aber auch Bildung geplant gewesen, so die scheidende MdL Astrid Birkhahn (CDU). Doch auch nach 10 Jahren stehe noch immer die Betreuung – auf unzureichender Basis – im Vordergrund.

Zur Umsetzung der Schulkinderbetreuung bedarf es ausreichender Mittel, die derzeit völlig unzulänglich sind, so die Freie Wohlfahrtspflege in ihrem Aufruf. Die Unterschiede der kommunalen Anteile an der Finanzierung führen zu  Ungleichheiten in den Städten und Kreisen. Durch die große Nachfrage nach Plätzen reichen vielfach auch die räumlichen Bedingungen nicht mehr aus. Ein neues Investitionsprogramm ist daher gefordert!

Warendorf ist von den offensichtlichen Mängeln des Offenen Ganztags ebenso betroffen wir viele andere Orte. Dabei ist gerade der ländliche Raum ohnehin in Sachen organisierbarer Kinderbetreuung schlechter gestellt.

Die Kinder mögen ihre OGS, das brachten sie auch in einem Lied zum Ausdruck: „OGS ist prima“; hieß es da und „Dort verbringen wir sehr viel Zeit“. Klar dass das Lied fordert „Brauchen reichlich Platz zum Spielen, nette Menschen die uns mögen“. Versöhnlich aber das Lob der Kids „Ja so cool kann Schule sein“.

Und cool war auch die Nachwuchsdemo, bei der es am Ende, statt des üblichen Tränengas, für alle Kids ein Eis gab. Nicht zur Deeskalation, sondern als Belohnung für das tolle Engagement.

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