20. Mai 2024 / Allgemein

Tradition, Gemeinschaft und ein Kaiser

175 Jahre Schützengesellschaft Eintracht Warendorf

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Kaiser Mokosch

Tradition, Gemeinschaft und ein Kaiser

175 Jahre Schützengesellschaft Eintracht Warendorf

Dass die Jubilarin das Wort Eintracht im Namen trägt, war für die Redner beim diesjährigen 175-jährigen Jubiläum des zweitältesten Schützenvereins Warendorf natürlich ein Geschenk, das ausnahmslos alle intensiv nutzten. Zu recht. Denn gerade in diesem Jahr unterstrich dieser Name der Schützengesellschaft, welche Bedeutung der Begriff, der zur Gründungszeit vermutlich sogar noch viel intensiver wahrgenommen wurde, noch heute hat.

Besonders intensiv wurde der Name natürlich am Samstag, dem ersten Tag der Feierlichkeiten betont, denn dieser war als Tag der Gäste mit befreundeten Vereinen geplant. 19 Vereine mit nahezu 600 Mitgliedern waren es, die Präsident Thomas Kirscht am Samstagmittag beim Antreten auf dem unteren Lohwall begrüßen konnte. Natürlich betonte auch er in seiner Rede, in der er den vielen anwesenden Schützenschwestern und Schützenbrüdern dankte, die Bedeutung des namensgebenden Begriffs. „Es liegt an uns allen, den Bund aus Eintracht und Harmonie zu stärken“, forderte er. Auch Bürgermeister Peter Horstmann, der einen Blick in die Geschichte der Schützengesellschaft warf, dankte „für dieses gelebte Beispiel gesellschaftlichen Zusammenhalts. Eintracht ist eine Quelle der Stärkung und Inspiration“. Der Präsident der Bürgerschützen, Gerd Leve, der als Vertreter der Gastvereine sprach, dankte zunächst für die harmonische nachbarschaftliche Zusammenarbeit und gratulierte zum langjährigen Bestehen. Der in den meisten Satzungen der Schützenvereine verankerte Grundsatz, Brauchtum zu wahren und die Verbundenheit der Menschen zu fördern, werde seitens der Eintracht vorbildlich verwirklicht und gelebt. Schützenvereine stünden für Pazifismus und Nächstenliebe, sowie gegen Gewalt und Antisemitismus, sagte Leve und forderte auf, klare Kante gegen Rechts zu zeigen. Leve erinnerte zudem an das bislang letzte Stadtschützenfest im Jahr 2000 und regte vor hunderten von Schützen in Richtung des Bürgermeisters an, dass die 825-Jahr-Feier der Stadt im kommenden Jahr eine gute Gelegenheit für eine Neuauflage sein könne. „Vielleicht macht die Stadt Warendorf ja ihre Schatulle auf“, überlegte er laut. Der Applaus war deutlich.

Der anschließende Marsch führte durch die Stadt zurück zum Festzelt auf dem Lohwall, wo eine besondere Ehrung auf den Verein wartete. Zum Jubiläum überbrachte der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier die Ehrenplakette des Landes Nordrhein-Westfalen, die er nach einer kurzen, aber mit ausführlichen Informationen zur Geschichte des Schützenwesens gespickten Ansprache überreichte. „Unsere Schützengesellschaft Eintracht Warendorf ist gewachsener Ausdruck unserer Kultur, unserer gesellschaftlichen Vielfalt und historischen Entwicklung“, sagte Hagemeier und nannte ihre Entwicklung Spiegelbild einer bewegten und bewegenden Geschichte unseres Landes. 

Arnold Kottenstedde, Vizepräsident Tradition & Brauchtum im Westfälischen Schützenbund, überbrachte Grüße und freute sich, Präsident Thomas Kirscht für seine Arbeit die Präsidiumsmedaille in Gold an die Schwattjacke heften zu können. Im Anschluss überreichten die Abordnungen der Vereine dem Jubiläumsverein eine Vielzahl an – meist sehr flachen – Geschenken. Der anschließende weiterhin sonnige Nachmittag bot ebenso Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern, wie der folgende, in keiner Weise trockene Abend.

Zum regulären Schützenfestgeschehen, das traditionell am Sonntagmittag mit Ansprachen und Fahnenschlag auf dem Laurentiuskirchplatz begann, wirkten einige Gesichter verständlicherweise noch etwas müde – 175 Jahre wird man nicht jeden Tag. Auch zu diesem Anlass, zu dem Kommandeur Michael Malich in Anlehnung an das Wort Eintracht eine beeindruckende Rede zu Thema Freundschaft hielt, griffen Präsident Thomas Kirscht und Bürgermeister Horstmann noch einmal den Begriff Eintracht und die Geschichte des Vereins auf. Unter den Besuchern: Arif Hakan Yeter, türkischer Generalkonsul aus Münster, der einen Eindruck von dieser Tradition gewinnen wollte.

Zur nachfolgenden Kranzniederlegung am Ehrenmal, die den pazifistischen Anspruch der Schützen verdeutlicht, waren nur wenige Zaungäste anwesend. Die bewegenden Worte, mit denen Präsident Kirscht Anlehnung an Udo Lindenbergs Frage „Wozu sind Kriege da“ nahm, hätten mehr Zuhörer verdient gehabt. Auch der Generalkonsul war da schon nicht mehr anwesend.

Danach kam, was kommen musste. Nicht das extrem nasse Unwetter, dass den Nachmittag begleitete. Sondern ein ungewohnter Run auf das Vogelschießen, denn sicher war: Der Sieger würde Jubiläumskönig. Genauer: Der Sieger wurde im Jubiläumsjahr sogar Kaiser. Michael Mokosch, der 2022 mit seiner Königin Olivia das Königspaar bildete und 2016 selbst den Vogel abschoss, holte den Adler um 16:06 Uhr mit dem 349. Schuss von der Stange. Nachdem sie bereits zwei Mal Königin war, wurde Olivia Mokosch damit auch zur Kaiserin. Die Throngesellschaft bilden Ludwig Sander und Jessica Wessel, Guido Kötting und Svenja Altefrohne, Leon Mokosch und Saskia Halbig, Dirk Jürgens und Claudia Hellmann sowie Rolf Sommer und Anja Theil.

Eine besondere „Krönung“ erhielt das Jubiläumsschützenfest durch einen Schuss von Claudia Hellmann. Sie holte zum dritten Mal den Hampelmann der Ehrengarde von der Stange und wurde damit – Präsident Thomas Kirscht benutzte das Wort nicht, ohne kurz zu zögern – die erste Hampelmannsultanine in der nunmehr 176-jährigen Geschichte der Schützengesellschaft Eintracht.

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