13. August 2024 / Aus aller Welt

Meterhohe Schuttberge in Schweizer Ort Brienz nach Unwetter

Erst Gluthitze, dann gewaltige Gewitter mit viel Regen: In der Schweiz haben Unwetter Schlammlawinen, Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Vor allem die Ortschaft Brienz ist betroffen.

Trotz einer meterhohen Gerölllawine kam niemand im Örtchen Brienz zu Schaden.
Veröffentlicht am 13. August 2024 um 15:03 Uhr

In einem Teil der Schweizer Ortschaft Brienz in der Ferienregion Brienzersee türmen sich nach einem schweren Unwetter teils meterhohe Schuttberge in den Straßen. Die Regenmassen hatten am Montagabend am Berg Rothorn Holz und Geröll in den Mühlebach gespült und den Abfluss verstopft. Der Bach trat über die Ufer, und mit ihm donnerten Felsbrocken und Baumstämme durch den Ort. Im Ortsteil Aenderdorf wurden Häuser von der Geröll- und Schlammlawine teils verschüttet. Fenster und Türen wurden eingedrückt und untere Geschosse liefen voll. Einige Autos wurden vom Schuttstrom fortgespült. 

Die rund 500 Anwohner des idyllischen Ortes am Brienzersee stehen unter Schock. Opfer gab es nicht. Die Behörden hatten rund 70 Bewohner vor dem großen Unwetter in Sicherheit gebracht. «Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir die Hochwasserschutzmaßnahmen, die wir in den letzten Jahren gebaut haben, nicht gehabt hätten», sagte Gemeinderatspräsident Peter Zumbrunn.

Auffangecken für Geschiebe reichte nicht

Erst vor wenigen Jahren war oberhalb des Dorfes am Mühlebach ein Auffangbecken für Geschiebe vom Berg gebaut worden. Es war jedoch innerhalb kürzester Zeit voll. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteoschweiz war in der Region innerhalb einer Stunde ein Drittel der Regenmenge gefallen, die sonst in einem ganzen August erwartet wird. Nach Radarschätzungen seien lokal bis zu 80 Millimetern aus. Niederschlag von 1 Millimeter entspricht einen Liter Wasser pro Quadratmeter. 

Deshalb ergossen sich Schutt und Schlamm in die Straßen. Auch die Hauptstraße und die Bahngleise wurden teils verschüttet. Es verkehrten Ersatzbusse. 

Nach tagelanger Gluthitze mit teils 35 Grad und mehr sind in der Schweiz am Montagabend mehr als 70.000 Blitze niedergegangen. Heftige Regenfälle lösten Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen aus. Rund um den Brienzersee entwickelten sich mehrere Gewitterzellen, die heftige Regenfälle auslösten und nur langsam weiterzogen. 

 

Probleme auch in Grindelwald und am Vierwaldstättersee

Auch andernorts im Berner Oberland und im Kanton Bern gingen Gewitter und Hagel nieder. Im Grindelwaldtal gingen Murgänge nieder und verschütteten teils Straßen und die Bahnlinie. Auch dort war der Ferienort Grindelwald nur über Umwege zu erreichen. 

Die Berner Gebäudeversicherung GVB schätzte die Schäden im Berner Oberland auf 25 bis 30 Millionen Franken (bis zu rund 31 Mio Euro). Sie erhielt innerhalb weniger Stunden rund 200 Schadensmeldungen.


Bildnachweis: © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

50 Jahre „Antje & ich“ – eine Beelener Erfolgsgeschichte feiert Jubiläum
Allgemein

Eine Familie, ein starkes Team und ganz viel Gastfreundschaft: ‚Antje & ich‘ sagt nach 50 Jahren Danke

weiterlesen...
Um 17:17 Uhr fällt der Adler: Alexander Suermann-Plümpe ist neuer Kreisschützenkönig
Allgemein

Spannendes Königsschießen in Oelde – Neuer Kreisschützenkönig holt mit dem 201. Schuss den Adler von der Stange

weiterlesen...
100 Jahre und kein bisschen leise: Freckenhorst feiert seinen Orchesterverein
Allgemein

Von der „Freckenhorster Olympiade“ über den großen Jubiläumsumzug bis zur Party: Zwei Tage lang feierte der Orchesterverein gemeinsam mit Freunden

weiterlesen...

Neueste Artikel

Auto kracht beim Überholen in Mopeds - vier Tote
Aus aller Welt

Ein Autofahrer will mehrere Fahrzeuge überholen. Im Gegenverkehr kommen ihm mehrere Mopeds entgegen - drei Fahrer und eine Sozia der Kleinkrafträder überleben das Überholmanöver nicht.

weiterlesen...
Mörderin überlebt Hinrichtung: Details zu Gesundheitszustand
Aus aller Welt

Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein, kann jedoch nur in begrenztem Umfang sprechen. Vor Gericht bereiten sie vor, eine weitere mögliche Hinrichtung anzufechten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Auto kracht beim Überholen in Mopeds - vier Tote
Aus aller Welt

Ein Autofahrer will mehrere Fahrzeuge überholen. Im Gegenverkehr kommen ihm mehrere Mopeds entgegen - drei Fahrer und eine Sozia der Kleinkrafträder überleben das Überholmanöver nicht.

weiterlesen...
Mörderin überlebt Hinrichtung: Details zu Gesundheitszustand
Aus aller Welt

Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein, kann jedoch nur in begrenztem Umfang sprechen. Vor Gericht bereiten sie vor, eine weitere mögliche Hinrichtung anzufechten.

weiterlesen...