18. August 2022 / Aus aller Welt

Säureattacke auf Manager: Zwölf Jahre Haft für Angreifer

Mit konzentrierter Schwefelsäure haben zwei Männer im März 2018 den Energiemanager Bernhard Günther schwer verätzt. Jetzt wurde ein 42-Jähriger dafür zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.

Der Angeklagte muss für zwölf Jahre ins Gefängnis.

Nach der Säureattacke auf den Energiemanager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf muss ein 42-jähriger Belgier für zwölf Jahre in Haft. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte bis zum letzten Verhandlungstag seine Unschuld beteuert: Er sei an der Tat nicht beteiligt gewesen.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Verdächtigen waren eingestellt worden. Der Kampfsportler war mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen worden, obwohl Günther aussagte, ihn wiedererkannt zu haben.

Der mittlerweile 55-jährige Spitzenmanager Günther war am 4. März 2018 in der Nähe seines Hauses in Haan bei Wuppertal von zwei Männern angegriffen, mit hochkonzentrierter Schwefelsäure überschüttet und schwer verätzt worden.

Zahlreiche Operationen stehen noch aus

Er wurde mehrfach operiert. Augenlider und Teile seiner Gesichtshaut mussten transplantiert werden. Zahlreiche weitere Operationen stünden ihm noch bevor. Er verlasse sein Haus nur selten ungeschminkt, berichtete er in dem Prozess.

Der Vorsitzende Richter Holger Jung hatte bereits zu Prozessbeginn Ende Juni von einer «hohen Wahrscheinlichkeit für einen Schuldspruch» für den 42-Jährigen gesprochen. Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden.

Die Erklärung des Mannes, die Handschuhe seien ihm gestohlen und als falsche Fährte am Tatort platziert worden, fand das Gericht offensichtlich wenig überzeugend.

Noch viele Fragen offen

Günther war zum Zeitpunkt des Anschlags Finanzvorstand der damaligen RWE-Tochter Innogy. Damals stand die Übernahme von Innogy durch Eon unmittelbar bevor. Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen. Heute ist Günther Finanzvorstand des finnischen Energiekonzerns Fortum, der mehr als 19.000 Menschen beschäftigt.

Mit der Entscheidung seien die Ermittlungen hoffentlich nicht beendet, sagte Günther vor Gericht. Er hoffe, dass auch die Mittelsmänner und der Auftragsgeber der Tat aufgeklärt würden.


Bildnachweis: © Henning Kaiser/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Keine Veranstaltungen im Kolpinghaus
Allgemein

Popup-Kolpinghaus: Traum geplatzt

weiterlesen...
Kleine Artisten wachsen über sich hinaus
Allgemein

Bodelschwinghschule verlegt das Klassenzimmer in die Manege

weiterlesen...
Prinz Uwe II. „der Narrifant aus dem Kreideland“ regiert die WaKaGe
Allgemein

Uwe Amsbeck ist neuer Karnevalsprinz der Warendorfer Karnevalsgesellschaft

weiterlesen...

Neueste Artikel

84-Jährige stirbt bei Brand in Seniorenheim in Hannover
Aus aller Welt

In einer Wohnung in einem Seniorenheim bricht Feuer aus. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind schnell zur Stelle. Doch für eine Bewohnerin kommt die Hilfe zu spät.

weiterlesen...
Erdbeben in der Türkei und Syrien - schon mehr als 600 Tote
Aus aller Welt

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht abzusehen, die Zahl der Toten steigt und steigt. Internationale Hilfe für die Türkei und Syrien läuft an.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

84-Jährige stirbt bei Brand in Seniorenheim in Hannover
Aus aller Welt

In einer Wohnung in einem Seniorenheim bricht Feuer aus. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind schnell zur Stelle. Doch für eine Bewohnerin kommt die Hilfe zu spät.

weiterlesen...
Erdbeben in der Türkei und Syrien - schon mehr als 600 Tote
Aus aller Welt

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch gar nicht abzusehen, die Zahl der Toten steigt und steigt. Internationale Hilfe für die Türkei und Syrien läuft an.

weiterlesen...