3. Februar 2022 / Aus aller Welt

Argentinien: 17 Tote nach dem Konsum von gepanschtem Kokain

Tödlicher Konsum: Die Ermittler in Argentinien untersuchen, ob versehentlich ein Opiat in das Kokain geraten ist oder ein Konkurrent das weiße Pulver absichtlich manipuliert hat.

Stoff wurde schlecht gestreckt oder vergiftet.

Nach dem Konsum von gepanschtem Kokain sind in Argentinien mindestens 17 Menschen gestorben. 56 weitere Drogenkonsumenten seien mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden, berichteten die Zeitung «La Nación» und der Fernsehsender TN unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die Zahl der Toten könne noch steigen, hieß es aus Kreisen der Ermittler. «So etwas haben wir noch nie erlebt», sagte ein Beamter der Zeitung «La Nación». «Die Zahl der Patienten nimmt ständig zu. Immer mehr Personen in einem ernsten Gesundheitszustand werden in die Krankenhäuser gebracht. Außerdem gibt es Hinweise, dass Menschen auf der Straße und zu Hause sterben, aber die Zahl ist noch nicht bekannt.»

Opiat im Kokain?

Die meisten Opfer hatten das Kokain offenbar beim selben Dealer gekauft. Die Polizei konnte Reste der Drogen in einer Tüte und an einem Geldschein sicherstellen. Die ersten Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ein konkurrierender Rauschgifthändler die Drogen vergiftet hatte, um den Rivalen aus dem Geschäft zu drängen.

Der Sicherheitsminister der Provinz Buenos Aires, Sergio Berni, rief alle Konsumenten dazu auf, die in den vergangenen 24 Stunden gekauften Drogen nicht zu konsumieren. «Dem Kokain wurden Substanzen zugesetzt, um mehr Volumen zu schaffen, und manchmal sind diese Substanzen sehr giftig», sagte Berni während einer Razzia in einem Armenviertel vor den Toren von Buenos Aires.

Eine zweite Hypothese lautete, dass die Opfer statt Kokain das Opiat Fentanyl konsumiert hatten. Die Droge gilt als deutlich stärker als Heroin und kann schon in geringen Dosen tödlich wirken. Fentanyl ist ein Treiber der Opioid-Krise in den USA mit Zehntausenden Toten pro Jahr.

Zwar leidet Argentinien im Vergleich zu anderen Ländern Lateinamerikas nicht unter massiven Auseinandersetzungen zwischen den großen Drogenkartellen. Lokale Clans ringen in den Armenvierteln im Umland der Metropolen aber durchaus mit harten Bandagen um Geschäftsfelder und Einflusszonen. In den so genannten Villas werden Drogen oft aus regelrechten Bunkern heraus verkauft.


Bildnachweis: © Elian Obregon/telam/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Oh Schreck, oh Schreck, der Moritz ist weg!
Allgemein

Schluss, aus und vorbei - Der Moritz muss zurück!

weiterlesen...
Warendorfer Karnevalisten feiern närrische Baustellenparty
Allgemein

Tolle Kostüme und gute Laune beim Prinzenball im Haus Allendorf

weiterlesen...
Freckenhorster Musiker- und Tanzgruppe begeistern in Köln
Allgemein

Spontanen Auftritte auf der Domplatte, dem Alter Markt und in Altstadt Kneipen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Königin Camilla empfängt Selenskyjs Frau in London
Aus aller Welt

Es ist nicht ihr erster Besuch in London. Olena Selenska hatte auch an der Krönung von König Charles III. teilgenommen.

weiterlesen...
Mann befreit Frau mit Taschenmesser aus brennendem Auto
Aus aller Welt

Eine Seniorin schaffte es nicht mehr, den Gurt zu lösen, um sich aus dem brennenden Auto zu retten. Ein Mann aber behielt die Nerven.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Königin Camilla empfängt Selenskyjs Frau in London
Aus aller Welt

Es ist nicht ihr erster Besuch in London. Olena Selenska hatte auch an der Krönung von König Charles III. teilgenommen.

weiterlesen...
Mann befreit Frau mit Taschenmesser aus brennendem Auto
Aus aller Welt

Eine Seniorin schaffte es nicht mehr, den Gurt zu lösen, um sich aus dem brennenden Auto zu retten. Ein Mann aber behielt die Nerven.

weiterlesen...