13. September 2023 / Aus aller Welt

Berufsverband lehnt Vorstoß zu Sexkauf-Verbot ab

Um betroffene Frauen besser zu schützen, würde CSU-Politikerin Dorothee Bär den Kauf von Sex in Deutschland verbieten. Solch ein Schritt dränge Sexarbeitende in die Illegalität, warnen Kritiker.

Seit Einführung des Prostitutionsgesetzes 2002 ist Sexarbeit in Deutschland nicht mehr sittenwidrig, sondern ein normales Gewerbe.

Der Bundesverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen lehnt Berichten zufolge den Vorstoß von Unionsfraktionsvize Dorothee Bär ab, den Kauf von Sex in Deutschland zu verbieten. Ein solches Sexkauf-Verbot führe für Sexarbeitende in prekären Situationen zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen, sagte der Verbandssprecher Kolja-André Nolte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Im Klartext: Gerade diejenigen, die eigentlich gerettet werden sollen, müssen in der Sexarbeit verbleiben.» Das betreffe diejenigen ohne berufliche Alternative.

Mit ähnlichen Aussagen wird der Verband vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert.

Die CSU-Politikerin Bär hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, den Kauf von Sex in Deutschland zu verbieten, um betroffene Frauen besser zu schützen. «Deutschland hat sich zum Bordell Europas entwickelt. Deutschland ist mittlerweile auch weltweit als Land für Sex-Tourismus sehr attraktiv», sagte Bär der «Bild». Nach ihrer Schätzung gibt es bundesweit derzeit rund 250.000 Prostituierte.

Die Grünen im Bundestag teilen den Vorstoß den Berichten zufolge ebenfalls nicht. «Wir Grüne sehen ein Sexkauf-Verbot kritisch», sagte die frauenpolitische Sprecherin, Ulle Schauws. Die Union mache es sich damit zu einfach. «Wir wissen, dass Prostituierte durch ein Verbot in Gefahr laufen, in die Illegalität gedrängt zu werden.»

Seit Einführung des Prostitutionsgesetzes 2002 ist Prostitution in Deutschland nicht mehr sittenwidrig, sondern ein normales Gewerbe. Die damalige rot-grüne Koalition wollte mit dem Gesetz die rechtliche und soziale Lage der Prostituierten verbessern - allerdings ist aus Expertensicht zum Teil der gegenteilige Effekt eingetreten.


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Oh Schreck, oh Schreck, der Moritz ist weg!
Allgemein

Schluss, aus und vorbei - Der Moritz muss zurück!

weiterlesen...
Große Stelldichein beim Füchtorfer Prinzenempfang
Allgemein

Gute Stimmung und volles Haus im Narrensaal

weiterlesen...
Warendorfer Karnevalisten feiern närrische Baustellenparty
Allgemein

Tolle Kostüme und gute Laune beim Prinzenball im Haus Allendorf

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach Amoktat - Tatverdächtiger im Krankenhaus bewacht
Aus aller Welt

Nach der Bluttat an einem Wuppertaler Gymnasium liegt der tatverdächtige Schüler weiter im Krankenhaus. Justizbeamte bewachen ihn. Das psychiatrische Gutachten soll bald vorliegen.

weiterlesen...
Weiter bedrohliche Buschfeuer im Südosten Australiens
Aus aller Welt

Die Buschbrände lassen den Südosten Australiens nicht zur Ruhe kommen. Die Gefahr der vergangenen Tage scheint teilweise gebannt, doch die Behörden blicken mit Sorge auf die anstehende Sommerhitze.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach Amoktat - Tatverdächtiger im Krankenhaus bewacht
Aus aller Welt

Nach der Bluttat an einem Wuppertaler Gymnasium liegt der tatverdächtige Schüler weiter im Krankenhaus. Justizbeamte bewachen ihn. Das psychiatrische Gutachten soll bald vorliegen.

weiterlesen...
Weiter bedrohliche Buschfeuer im Südosten Australiens
Aus aller Welt

Die Buschbrände lassen den Südosten Australiens nicht zur Ruhe kommen. Die Gefahr der vergangenen Tage scheint teilweise gebannt, doch die Behörden blicken mit Sorge auf die anstehende Sommerhitze.

weiterlesen...