10. Dezember 2022 / Aus aller Welt

Deutschland zeigt sich verschneit und auffallend kalt

Wintersport-Fans freut es. Doch wer schnell friert, dürfte weniger begeistert sein. Der Dezember ist bisher deutlich kälter als im vieljährigen Mittel. Die Meteorologen blicken mit Spannung auf kommende Woche.

Spaziergänger sind bei Minustemperaturen in der Winterlandschaft auf dem Ettelsberg unterwegs.

Deutschland, ein Wintermärchen - das gilt derzeit für viele Regionen zwischen Harz und Alpen. Auch in den bisher frostfreien Gegenden seien inzwischen die ersten Tage mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt registriert worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mit. Aktuell liege vor allem im Nordosten Deutschlands, in Teilen der östlichen Mitte und im Süden etwas Schnee.

Die ersten Wintersport-Fans freute es, wie auf Bildern zu sehen war - etwa am Sonnenberg im Oberharz, am Ettelsberg in Hessens größtem Skigebiet Willingen oder in der Wintersport-Arena Sauerland. Allerdings kam es bei Glatteis auch zu einigen Verkehrsunfällen, etwa in Baden-Württemberg.

Erinnerungen an den kalten Dezember 2010

Gerade in höheren Lagen der östlichen Mittelgebirge - etwa im Bayerischen Wald - sei schon seit Mitte November tiefer Winter, berichtete DWD-Meteorologe Marcus Beyer in Offenbach. Der Dezember sei bisher deutlich kälter als im vieljährigen Mittel - «und so langsam kommen erste Erinnerungen an den sehr schneereichen und kalten Dezember 2010 auf».

Spannend werde es kommende Woche in der Nacht auf Mittwoch und am Mittwoch selbst. «Ein kräftiges Tief zieht von Frankreich kommend über Deutschland weiter bis nach Osteuropa. Unklar ist bisher noch auf welcher Zugbahn dies genau geschieht. Die Modelle sind sich da noch nicht einig», erläuterte Beyer.

Seinen Ausführungen zufolge würde es bei einer südlichen Zugbahn vor allem im süddeutschen Raum zu teils kräftigen Schneefällen kommen. Ziehe das Tief weiter nördlich, müssten die mittleren Teile Deutschlands mit kräftigem Schnee rechnen, und im Süden gäbe es Eisregen mit erheblichen Auswirkungen. «Es gibt auch Modellvorhersagen, die den Eisregenstreifen bis zur Mitte vorankommen lassen. Dann würde ganz im Süden Regen ohne Glätte fallen», erklärte Beyer.

In den Bergen beginnt die Skisaison

Am Samstag sollte es der Vorhersage zufolge vor allem im Süden und dort vornehmlich im Alpenvorland schneien. In den alpennahen Gebieten könne sich der Schnee bis Sonntagmorgen auf 5 bis 10 Zentimeter summieren, in Staulagen vereinzelt auch auf bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Am Sonntag gebe es vor allem über der Osthälfte weitere, meist leichte Niederschläge. Sie könnten sich zum Abend im Osten verstärken, hieß es. Vom Erzgebirge bis ins östliche Vorpommern seien 1 bis 5 Zentimeter Schnee, vereinzelt auch noch etwas mehr möglich.

An Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, hat die Skisaison bereits am vergangenen zweiten Adventswochenende begonnen. Am Samstag des dritten Adventswochenendes folgten in Bayern nun weitere Gebiete. Aus dem Thüringer Wald hieß es, noch seien zwar keine Loipen gespurt, aber viele Orte seien in ein weißes Winterkleid gehüllt.


Bildnachweis: © Uwe Zucchi/dpa
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