21. November 2022 / Aus aller Welt

Europa und Raumfahrt: Esa will bis 2030 auf dem Mars landen

Europas Weltraumagentur Esa will in acht Jahren auf dem Mars landen. Dafür braucht sie mehr Geld und das «Go» der anstehenden Ministerratssitzung. Dort wird dann auch ein Geheimnis gelüftet.

Die Esa will die Suche nach Lebensspuren auf dem Mars bis 2030 ohne Russland weiterführen und braucht dafür mehr Zeit und Geld.
Veröffentlicht am 21. November 2022 um 14:41 Uhr

Europa will bei der Raumfahrt an vorderster Stelle mitmischen, muss sich jedoch anstrengen, um beim Rennen zu Mond, Mars und mehr nicht abgehängt zu werden. Beim Vorzeigeprojekt Ariane 6 der europäischen Raumfahrtagentur Esa gab es immer wieder Verzögerungen, nun soll die Trägerrakete möglichst im kommenden Jahr starten. Auch der Krieg in der Ukraine beeinflusst Projekte.

Beim Esa-Ministerratstreffen in Paris am 22. und 23. November hofft die Raumfahrtbehörde auf grünes Licht der 22 Mitgliedsländer für neue und veränderte Missionen sowie einen höheres Budget. Für Esa-Chef Josef Aschbacher ist das Treffen «der Meilenstein schlechthin für Europa und für die Raumfahrt».

Ohne Russland braucht Esa mehr Zeit und Geld

Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hatte die europäisch-russische Mission «Exomars» schnell auf Eis gelegen. Der für dieses Jahr geplante Start des zweiten Teils der Erkundungsmission mit einem Rover an Bord Richtung Mars wurde gestoppt. Die Esa will die Suche nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten nun ohne russische Hilfe weiterführen, braucht dafür aber mehr Zeit und auch mehr Geld. Angedacht ist ein Start 2028 und eine Landung 2030, wie es hieß. Ein eigenes Modell solle entworfen und getestet werden, mit dem der Rover auf den Mars gebracht werden könne.

Insgesamt will die Raumfahrtbehörde ein Drei-Jahres-Budget in Höhe von etwa 18 Milliarden Euro genehmigt bekommen. Das wäre gut ein Viertel mehr als zuletzt. Man wolle damit sicherstellen, dass Europa eine starke und robuste Weltrauminfrastruktur habe und nicht aus dem Rennen ausscheide, sagte Aschbacher.

Was die Esa erreichen will

Wichtiger Teil dieser Infrastruktur soll die neue Trägerrakete Ariane 6 sein. Mit ihr will Europa künftig mittlere und große Satelliten ins All bringen. Doch die Nachfolgerin der in die Jahre gekommenen Ariane 5 hätte ihren Erstflug schon längst absolvieren sollen. Nun soll sie möglichst im vierten Quartal 2023 erstmals abheben - drei Jahre später als geplant.

Auf der Konferenz will die Esa verschiedene Programme vorschlagen, um die Rakete sowie die im Juli erstmals gestartete Vega C, die für den Transport kleinerer Satelliten gedacht ist, flexibler nutzen zu können. Als Verbesserung der Ariane 6 soll etwa die Version Ariane 6 Block 2 präsentiert werden, welche schwerere Lasten ins All fliegen könnte. Auch um die Weiterentwicklung der Vega C, die Vega E, soll es gehen.

Ein Geheimnis wird gelüftet

Ein Highlight hebt sich die Esa für das Ende der Ministerratssitzung auf: Am Mittwochnachmittag will sie bekanntgeben, wer von den mehr als 22.000 Bewerberinnen und Bewerbern es in den nächsten Ausbildungsjahrgang für Astronauten geschafft hat.

Die Raumfahrtbehörde sucht bis zu sechs Astronautinnen und Astronauten in Festanstellung. Zusätzlich will sie eine Reserve von Raumfahrern schaffen und gemeinsam mit einem neuen Astronauten mit körperlicher Behinderung herausfinden, welche Barrieren in der Raumfahrt abgebaut werden können und müssen.

Die Suche nach neuen Raumfahrern hatte die Behörde im März vergangenen Jahres begonnen. Kandidatinnen und Kandidaten mussten sich für die Chance auf einen Flug zu den Sternen in einem sechsstufigen Auswahlverfahren beweisen.


Picture credit: © esa/esoc/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

50 Jahre „Antje & ich“ – eine Beelener Erfolgsgeschichte feiert Jubiläum
Allgemein

Eine Familie, ein starkes Team und ganz viel Gastfreundschaft: ‚Antje & ich‘ sagt nach 50 Jahren Danke

weiterlesen...
Um 17:17 Uhr fällt der Adler: Alexander Suermann-Plümpe ist neuer Kreisschützenkönig
Allgemein

Spannendes Königsschießen in Oelde – Neuer Kreisschützenkönig holt mit dem 201. Schuss den Adler von der Stange

weiterlesen...
100 Jahre und kein bisschen leise: Freckenhorst feiert seinen Orchesterverein
Allgemein

Von der „Freckenhorster Olympiade“ über den großen Jubiläumsumzug bis zur Party: Zwei Tage lang feierte der Orchesterverein gemeinsam mit Freunden

weiterlesen...

Neueste Artikel

Auto kracht beim Überholen in Mopeds - vier Tote
Aus aller Welt

Ein Autofahrer will mehrere Fahrzeuge überholen. Im Gegenverkehr kommen ihm mehrere Mopeds entgegen - drei Fahrer und eine Sozia der Kleinkrafträder überleben das Überholmanöver nicht.

weiterlesen...
Mörderin überlebt Hinrichtung: Details zu Gesundheitszustand
Aus aller Welt

Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein, kann jedoch nur in begrenztem Umfang sprechen. Vor Gericht bereiten sie vor, eine weitere mögliche Hinrichtung anzufechten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Auto kracht beim Überholen in Mopeds - vier Tote
Aus aller Welt

Ein Autofahrer will mehrere Fahrzeuge überholen. Im Gegenverkehr kommen ihm mehrere Mopeds entgegen - drei Fahrer und eine Sozia der Kleinkrafträder überleben das Überholmanöver nicht.

weiterlesen...
Mörderin überlebt Hinrichtung: Details zu Gesundheitszustand
Aus aller Welt

Mörderin Christa Pike ist laut ihren Anwälten wieder bei Bewusstsein, kann jedoch nur in begrenztem Umfang sprechen. Vor Gericht bereiten sie vor, eine weitere mögliche Hinrichtung anzufechten.

weiterlesen...