15. April 2022 / Aus aller Welt

Forschungsschiff «Sonne» bricht zu Südpazifik-Expedition auf

Bei einer Expedition in die Tasmansee will ein Forscher-Team die erdgeschichtliche Vergangenheit des Meeresgebiets untersuchen. Die Erkenntnisse sollen auch helfen, Änderungen des Klimas besser zu verstehen.

Das Forschungsschiff «Sonne» ist am Freitag in den Südpazifik aufgebrochen.

Das deutsche Forschungsschiff «Sonne» ist von Noumea, der Hauptstadt des französischen Überseegebiets Neukaledonien, zu einer Expedition in den Südpazifik aufgebrochen.

Das Schiff legte am Freitagnachmittag (Ortszeit) ab. An Bord sind rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem aus Norddeutschland. Die Forscher wollen bei der Fahrt die Klimaveränderungen und Meeresströmungen in der Tasmansee, dem Meer zwischen Neuseeland und Australien, rekonstruieren und so einen Blick in die jüngere Geschichte des Meeresgebiets erhalten. Auch die Vereisungsgeschichte der Südinsel Neuseelands soll untersucht werden.

Klimaprognosen sollen verbessert werden

Diese Grundlagenforschung werde helfen, bestehende Klimamodelle und Prognosen für künftige Klimaveränderungen zu verbessern, sagte die Oldenburger Expeditionsleiterin, Katharina Pahnke, der Deutschen Presse-Agentur. «Der südliche Ozean ist eng in das Klima- und Ozeangeschehen eingebunden und nimmt vermutlich eine ganze besondere Rolle ein. Deshalb ist es wichtig zu untersuchen und zu verstehen, wie Klimaschwankungen und Ozeanzirkulationen sich über die letzten Eis- und Warmzeiten verändert haben», sagte die Geochemikerin des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg. Noch sei das abgelegene Gebiet wenig untersucht.

Der subtropische Teil des größten Weltozeans verbindet die tropischen Gewässer mit den subantarktischen. Hier spielen sich laut den Forschern Prozesse ab, die Meeresströmungen und das Wechselspiel zwischen Ozean und Atmosphäre beeinflussen. Außerdem tragen Gletscher und Flüsse Neuseelands Süßwasser und Sedimente in die Meeresregion ein und die vorherrschenden Winde bringen Staub von Land mit.

Sedimentproben aus bis zu 6000 Metern Tiefe

Für den Blick in die Vergangenheit wollen die Wissenschaftler bei ihrer rund vierwöchigen Expedition Wasser- und Sedimentproben sammeln. Die Sedimentkerne sollen von einem untermeerischen Plateau in 900 bis 6000 Metern Wassertiefe genommen werden. «Die Sedimente aus unterschiedlichen Wassertiefen zu bekommen ist wichtig, um die Zirkulationen von den tiefen und den flacheren Wassermassen rekonstruieren können», sagte Pahnke.

Noch an Bord der «Sonne» sollen einige Kerne geöffnet und untersucht werden. «Das liefert uns schon Anhaltspunkte, zum Alter und zur Beschaffenheit der Sedimente», sagte die Expeditionsleiterin. Später soll eine genauere Analyse in Deutschland im Labor stattfinden, diese kann dann Rückschlüsse auf Temperatur, Niederschläge und Strömungsverhältnisse in der Vergangenheit ermöglichen.

An Bord der «Sonne» sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Oldenburg, des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde. Zudem sind auch Forscher aus New York, Birmingham und Neuseeland dabei. Mitte Mai wird die «Sonne» zurück in Noumea erwartet.


Bildnachweis: © Sina Schuldt/dpa
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