1. Dezember 2024 / Aus aller Welt

Gedenkstätte für Opfer der Amokfahrt in Trier eröffnet

Vier Jahre nach der tödlichen Amokfahrt hat Trier jetzt eine zentrale Gedenkstätte für die Opfer. Angehörige und Betroffenen kamen am Jahrestag dort erstmals zusammen.

Die Gedenkstätte besteht aus einer Gruppe von großen Bronzestelen.

Am vierten Jahrestag der tödlichen Amokfahrt in Trier ist erstmals an einer neuen Gedenkstätte in der Stadt an die Opfer erinnert worden. Angehörige, Betroffene und Bürger kamen zur offiziellen Eröffnung des Gedenkortes nahe der Porta Nigra zusammen, um innezuhalten. Ab 13.46 Uhr läuteten vier Minuten lang die Glocken des Doms - so lange hatte die Tat am 1. Dezember 2020 in der Fußgängerzone gedauert.

Die Eröffnung des Denkmals sei ein wichtiger Tag auch für Geschichte der Stadt Trier, sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD). Die Amokfahrt sei nach wie vor präsent. «Wir tragen dieses Ereignis bis heute mit uns.» Mit dem Denkmal sei eine «sehr bedenkenswerte, aber auch tröstende Kunst geschaffen» worden. Der Ort mitten in der Innenstadt sei von den Hinterbliebenen richtig gewählt worden, sagte Leibe. 

Die Gedenkstätte besteht aus einer Gruppe von großen Bronzestelen, zwischen die man hineintreten kann. In der Mitte der Stelen sind kleine Nischen etwa für Kerzen platziert. 

Gedenkort mit den Hinterbliebenen geplant

Vor genau vier Jahren war ein Amokfahrer mit seinem Geländewagen durch die Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Passanten angefahren. Bei der Tat starben unmittelbar fünf Menschen, zudem wurden Dutzende verletzt und traumatisiert. 2021 war ein weiterer Mann gestorben, der bei der Tat schwer verletzt worden war. Vergangenen Februar gab es ein weiteres Todesopfer infolge von Verletzungen.

Die Gedenkstätte war nach langer gemeinsamer Planung mit den Hinterbliebenen von dem beauftragten Künstler Clas Steinmann geschaffen worden. Andere Orte des Gedenkens gibt es in Trier bereits seit dem dritten Jahrestag: In der Fußgängerzone erinnern seitdem verschiedene eingelassene Gedenkplaketten an die Todesopfer.

Der Prozess bis zur Entstehung der Gedenkstätte sei in Trier «beispielhaft» verlaufen, sagte der Opferbeauftragte der Landesregierung Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek. Kernpunkt dabei sei, «dass man möglichst viele mitnimmt und auch sich auf irgendeine Form das Gedenken einigt». Die Anteilnahme sei vier Jahre später immer noch groß: «Viele haben schmerzhafte Narben und einige davon haben auch noch offene Wunden.»

Gedenkstätte für alle Trierer

Wolfgang Hilsemer, der bei der Tat seine Schwester verloren hat, hält die neue Gedenkstätte für wichtig. Nicht nur für die Hinterbliebenen, sondern auch als Anlaufstelle für Menschen, die verletzt oder traumatisiert wurden. «Im Prinzip ist die Gedenkstätte für uns alle in der Stadt», sagte er. Und sie stehe dafür, «dass so was nie mehr passieren darf».

Der Amokfahrer war im Mai in einem neu aufgerollten Prozess erneut zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen mehrfachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes verurteilt worden. Das Trierer Landgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die Unterbringung des damals 54-Jährigen in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Bildnachweis: © Harald Tittel/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

"Zum kühlen Grunde" öffnet am 01. Mai! - Save the Date
Allgemein

Neues Team, alte Tradition: Biergarten-Idylle feiert Comeback

weiterlesen...
Warendorfer Marktplatz wird zur großen Open-Air-Bühne
Allgemein

Straßenkonzert von Wille Schulte Wien und Sascha Demant begeistert hunderte Besucher

weiterlesen...
Mai-Tour mit Neueröffnung, Fahrradaction und kulinarischen Höhepunkten
Allgemein

Ein Feiertag voller Genuss und bester Stimmung im Warendorfer Land

weiterlesen...

Neueste Artikel

Italienischer Nachmittag sorgt für strahlende Gesichter
Allgemein

Bewohner erleben besondere Überraschung in Freckenhorst

weiterlesen...
Abschied von einer liebgewonnenen Tradition
Allgemein

Telgter Kutschenwallfahrt fand letztmalig statt

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mindestens 89 Tote durch Unwetter im Norden Indiens
Aus aller Welt

In Uttar Pradesh fegt ein Unwetter alles weg: Menschen sterben, Häuser stürzen ein, Tiere verenden. Ein Video zeigt, wie ein Mann vom Sturm durch die Luft gewirbelt wird.

weiterlesen...
Großbrand in japanischer Werft
Aus aller Welt

Riesige Rauchwolken steigen über der Stadt Kure auf: Nach einem Brand auf einer Abwrackwerft müssen mehr als 350 Haushalten evakuiert werden. Die Löscharbeiten sind weiterhin im Gange.

weiterlesen...