22. Juni 2026 / Aus aller Welt

Explosives Gefahrgut legt A8 lahm – Evakuierungen und Stau

Ein mit entzündlichem Gefahrgut beladener Lastwagen ist auf der A8 liegen geblieben und hat einen Großeinsatz ausgelöst. Die Autobahn in Richtung München ist gesperrt, Menschen werden evakuiert.

Der Lastwagen mit entzündlichem Gefahrgut steht auf der Autobahn 8 in Fahrtrichtung München.

Ein liegen gebliebener Gefahrgut-Lastwagen hat auf der A8 bei Wiesensteig einen Großeinsatz ausgelöst. Das Fahrzeug transportierte laut Polizei organisches Peroxid, einen entzündlichen Stoff. Die Autobahn in Richtung München wurde demnach zwischen Mühlhausen im Täle und Hohenstadt gesperrt. Eine Umleitung sei eingerichtet. «Der Verkehr staute sich am Abend auf zehn Kilometer», sagte ein Polizeisprecher.

Das Landratsamt Göppingen hatte zuvor mitgeteilt, es sei nicht auszuschließen, dass die unter Druck stehenden Gefahrstoffbehälter sich entzünden und explosiv entladen. Bei der derzeitigen Witterungslage sei davon auszugehen, dass dadurch unmittelbare Waldbrandgefahr bestehe. Neben Feuerwehr und Rettungsdienst sei auch der Katastrophenschutzdienst im Einsatz. Laut einer Behördensprecherin sind rund 250 Rettungskräfte vor Ort.

Der Gefahrenbereich rund um den Lastwagen ist laut dem Landratsamt am Abend von 500 Metern auf 150 Meter verringert worden. Es werde weiter geprüft, ob ein Abtransport des Lastwagens bewerkstelligt werden könne. Nach dem Defekt hatte die Feuerwehr laut Polizei noch versucht, das Fahrzeug zu kühlen, jedoch dann Abstand davon genommen. 

In der Ortschaft Wiesensteig wurden laut dem Landratsamt rund 300 Menschen aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert. Sie kamen in einer Turnhalle in Mühlhausen im Täle unter. 

Wegschaffen des Lkws derzeit nicht möglich

Wie das Landratsamt Göppingen weiter mitteilte, manövrierten die Einsatzkräfte der Feuerwehr den defekten Lastwagen aus einem unmittelbar für die Bevölkerung gefährlichen Bereich auf einen Parkplatz vor dem Lämmerbuckeltunnel. Ein weitergehendes Wegschaffen des Lastwagens sei derzeit aus technischen Gründen nicht möglich. Eine Fachfirma sei hinzugezogen worden, die Experten sollen einschätzen, wie sich die Temperatur des Gefahrenstoffs entwickelt, sagte eine Sprecherin.

In der Feuerwehrleitstelle sei ein Krisenstab eingerichtet. Um 17.30 Uhr wurde eine außergewöhnliche Einsatzlage für die Gemeinden Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig festgestellt. Zur Betreuung und möglicherweise medizinischen Versorgung der im Stau stehenden Fahrerinnen und Fahrer sei der Katastrophenschutz hinzugezogen worden.


Bildnachweis: © Jason Tschepljakow/dpa
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