4. März 2024 / Aus aller Welt

Gewalttat bei Neuschwanstein: Lebenslänglich gefordert

Ein Tourist soll nahe dem weltbekannten Schloss Neuschwanstein zwei Frauen aus sexuellen Motiven überfallen haben. Eine Frau stirbt nach dem Angriff. Im Prozess werden die Plädoyers gehalten.

Der wegen Mordes angeklagte US-Amerikaner im Landgericht Kempten.

In dem Prozess um das Gewaltverbrechen an zwei US-amerikanischen Touristinnen bei Schloss Neuschwanstein mit einem Todesopfer hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der Staatsanwalt forderte am Landgericht Kempten zudem eine vorbehaltliche Sicherungsverwahrung für den 31 Jahre alten US-Amerikaner, der wegen Mordes, Vergewaltigung mit Todesfolge und versuchten Mordes vor Gericht steht.

In diesem Fall kann das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt eine Sicherungsverwahrung anordnen. Der Staatsanwalt sah beim Angeklagten eine «Menschenleben verachtende Gesinnung».

Erstmals im Gerichtssaal waren auch die Eltern der im Alter von 21 Jahren getöteten Frau. Dort verfolgten sie den Prozess und die Verlesung eines Briefs der Überlebenden. Die Frau berichtete von extremer Angst, die sie bis heute vor Angriffen ihrer männlichen Mitmenschen und dem Angeklagten habe. «Ich fühle mich, als ob ich am Abhang unten gestorben bin», schrieb sie. 

Laut Anklage hatte der Urlauber die beiden Frauen am 14. Juni 2023 bei einer Wanderung in der Nähe der Marienbrücke beim weltberühmten Schloss Neuschwanstein in Schwangau kennengelernt und nach wenigen Minuten aus sexuellen Gründen brutal überfallen. Der US-Amerikaner soll die jüngere Frau stranguliert und vergewaltigt haben, zudem soll er beide Opfer einen etwa 50 Meter tiefen Abhang hinuntergestoßen haben. Nach dem Angriff war die 21-Jährige im Krankenhaus gestorben, ihre ein Jahr ältere Begleiterin wurde erheblich verletzt.

Zu Beginn des Prozesses hatte der 31-Jährige über seinen Anwalt eine Erklärung vorgetragen, in der er weite Teile der Vorwürfe einräumte. Das Plädoyer des Staatsanwalts verfolgte der Angeklagte wie schon weite Teile des bisherigen Prozesses weitgehend regungslos und mit gesenktem Kopf. 


Bildnachweis: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Sassenberg feiert Schützenfest mit neuem König und Olaf der Flipper
Allgemein

Heino Loddemann regiert Sassenberg – Olaf der Flipper krönt ein unvergessliches Schützenfest

weiterlesen...
Freckenhorster Bürgerschützen feiern „Lucky“ am Schützenfestmontag
Allgemein

Begeisterung beim Schützenfest in der Stiftsstadt kennt keine Grenzen

weiterlesen...

Neueste Artikel

Wasserarme Donau wird zur Asservatenkammer der Geschichte
Aus aller Welt

Der Rekord-Tiefstand des großen europäischen Stroms legt Relikte aus verschiedenen Epochen frei. Darunter sind Kriegswracks, Minen und sogar Mammutknochen. Was uns das über die Region erzählt.

weiterlesen...
Barfuß in Schlappen und Sandalen: Sind nackte Füße eklig?
Aus aller Welt

Am unteren Ende der Beine scheiden sich die Geister: Manche finden Füße geil, andere eher ekelhaft. Im Hochsommer sieht man viele nackte Füße - in Flip-Flops, Birkenstocks et cetera. Ist das gut?

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Wasserarme Donau wird zur Asservatenkammer der Geschichte
Aus aller Welt

Der Rekord-Tiefstand des großen europäischen Stroms legt Relikte aus verschiedenen Epochen frei. Darunter sind Kriegswracks, Minen und sogar Mammutknochen. Was uns das über die Region erzählt.

weiterlesen...
Barfuß in Schlappen und Sandalen: Sind nackte Füße eklig?
Aus aller Welt

Am unteren Ende der Beine scheiden sich die Geister: Manche finden Füße geil, andere eher ekelhaft. Im Hochsommer sieht man viele nackte Füße - in Flip-Flops, Birkenstocks et cetera. Ist das gut?

weiterlesen...