Knapp ein Jahr nach dem Giftanschlag an der Technischen Universität in Darmstadt ist das Ermittlungsverfahren gegen eine 32-Jährige aus Mainz abgeschlossen. «Die Mordkommission hat ihre Arbeit beendet», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Robert Hartmann, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Verbrechen am 23. August vergangenen Jahres in einem Gebäude der Hochschule hatte für Entsetzen gesorgt: Sieben Menschen wurden dabei verletzt, einer von ihnen schwebte zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Die Mordkommission mit bis zu 50 Beamten befragte Hartmann zufolge Zeugen im dreistelligen Bereich. Im März gelang den Fahndern der Durchbruch. Die 32-jährige Studentin wurde unter dem Verdacht des versuchten Mordes im Zustand der Schuldunfähigkeit festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Als am 23. August 2021 die ersten Menschen Vergiftungserscheinungen zeigten, war ein Großaufgebot von Einsatzkräften auf dem Campus Lichtwiese im Einsatz. Spezialisten entdeckten in Milchtüten und Wasserbehältern eine toxische Substanz. Den Ermittlern war die Frau schon früh verdächtig erschienen. Durch Zeugenaussagen soll sich dieser Verdacht erhärtet haben. Die Mordkommission stellte schließlich Spuren sicher, die belegen sollen, dass sich die Frau in der Nacht vor der Tat in dem Gebäude L2/01 aufhielt. Auch in Notizen von ihr sollen Mitarbeiter der Universität erwähnt sein. Als Motiv wurde bei der Festnahme vermutet, dass sie sich von Hochschulmitarbeitern verfolgt fühlte. «Da die Beschuldigte keine Angaben macht, musste der Tathergang von uns rekonstruiert werden», sagte Hartmann. Die Ermittler gehen davon aus, dass die vermutlich verwendeten Chemikalien vom Tatort im weitesten Sinne stammen und die Lebensmittel dort damit kontaminiert wurden. Hinweis auf mögliche Mittäter gebe es nicht. Wie es nun weitergeht, wollte die Staatsanwaltschaft noch nicht sagen. «Wir haben eine abschließende Entscheidung getroffen», sagte Hartmann. Deren Inhalt wolle man aktuell aber noch nicht mitteilen, da vor einer Veröffentlichung zunächst die Beschuldigte davon Kenntnis bekommen müsse.
Bildnachweis: © Frank Rumpenhorst/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Giftanschlag an Darmstädter Uni: Ermittlungen abgeschlossen
Sieben Menschen leiden plötzlich unter Vergiftungserscheinungen, einer schwebt zwischenzeitlich in Lebensgefahr. Die Ermittler finden auf dem Campus eine toxische Substanz - und dann eine Verdächtige.
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
50 Jahre „Antje & ich“ – eine Beelener Erfolgsgeschichte feiert Jubiläum
Eine Familie, ein starkes Team und ganz viel Gastfreundschaft: ‚Antje & ich‘ sagt nach 50 Jahren Danke
- 3. Oktober 2026
Um 17:17 Uhr fällt der Adler: Alexander Suermann-Plümpe ist neuer Kreisschützenkönig
Spannendes Königsschießen in Oelde – Neuer Kreisschützenkönig holt mit dem 201. Schuss den Adler von der Stange
Von der „Freckenhorster Olympiade“ über den großen Jubiläumsumzug bis zur Party: Zwei Tage lang feierte der Orchesterverein gemeinsam mit Freunden
Neueste Artikel
- 9. Oktober 2026
Panama hebt Tsunami-Warnung nach schweren Erdbeben auf
Ein schweres Erdbeben erschüttert Panama, Gebäude werden beschädigt und Dutzende Nachbeben registriert. Eine befürchtete Tsunami-Gefahr an den Pazifikküsten mehrerer Länder ist inzwischen vorüber.
- 9. Oktober 2026
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Oktober 2026
Panama hebt Tsunami-Warnung nach schweren Erdbeben auf
Ein schweres Erdbeben erschüttert Panama, Gebäude werden beschädigt und Dutzende Nachbeben registriert. Eine befürchtete Tsunami-Gefahr an den Pazifikküsten mehrerer Länder ist inzwischen vorüber.
- 9. Oktober 2026
Nicht geknackt: 120 Millionen Euro bleiben im Eurojackpot
Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Doch wieder hat niemand die richtigen Zahlen getippt.













