20. August 2022 / Aus aller Welt

Gullydeckel auf A7 geworfen - Tatverdächtiger festgenommen

Mitten in der Nacht werden zwei Gullydeckel von einer Autobahnbrücke geworfen. Einer durchschlägt die Windschutzscheibe eines Autos, zwei Menschen werden schwer verletzt.

Unbekannte haben zwei Gullydeckel auf die Autobahn A7 geworfen.

Nachdem von einer Autobahnbrücke bei Hildesheim zwei Gullydeckel auf die A7 geworfen wurden und einen schweren Unfall verursacht hatten, hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Einer der Gullydeckel traf ein fahrendes Auto und durchschlug die Windschutzscheibe, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Der 52 Jahre alte Fahrer wurde schwer verletzt, seine 43 Jahre alte Beifahrerin lebensgefährlich.

Rettungskräfte versorgten die beiden Verletzten aus Baden-Württemberg und brachten sie in ein Krankenhaus. Am Samstagmittag war die 43-Jährige nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr. Der zweite Gullydeckel und auch Steine landeten auf der Gegenfahrbahn Richtung Norden und beschädigten dort mindestens vier Fahrzeuge.

Tatverdächtig ist ein 50 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Hildesheim. Er sei bei der Fahndung nach der Tat ins Visier der Ermittlungen geraten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagnachmittag mit. Der Verdächtige sollte am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Polizei setzte eine Mordkommission ein. Es wurden Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes in mehreren Fällen aufgenommen.

Autobahn stundenlang gesperrt

Die Gullydeckel wurden einer Polizeisprecherin zufolge in der Nacht zum Samstag von einer Brücke geworfen, die zwischen den Orten Hasede und Asel nördlich von Hildesheim über die Autobahn führt. Beide Deckel und auch größere Steine wurden sichergestellt und sollten auf Spuren untersucht werden, wie die Polizei mitteilte. Die Gullydeckel stammten nach ersten Erkenntnissen aus einem Industriegebiet in Harsum.

Die Autobahn zwischen Hannover und Kassel war in beiden Richtungen zwischen dem Autobahndreieck Hannover-Süd und Hildesheim-Drispenstedt bis zum Nachmittag gesperrt. Die Ermittler baten die Bevölkerung um Mithilfe. Gesucht würden Angaben zu einer Person auf einem Fahrrad, teilten die Beamten mit. Diese sei etwa 1,80 Meter groß, schlank und habe kurze graue Haare.

In den vergangenen Jahren gab es in Niedersachsen wiederholt Fälle, bei denen etwa Steine und auch Gullydeckel auf Fahrbahnen geworfen wurden. So wurden 2016 zwei Gullydeckel von einer Brücke auf die A27 bei Walsrode im Heidekreis geworfen. Autofahrer kamen mit dem Schrecken davon. 2008 durchschlug ein von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg geworfener sechs Kilogramm schwerer Holzklotz die Scheibe eines Autos und tötete eine 33-Jährige. Ein Gericht verurteilte den damals 31 Jahre alten Täter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.


Bildnachweis: © Clemens Heidrich/dpa
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