28. Dezember 2022 / Aus aller Welt

Gute Vorsätze für 2023: Weniger Stress und mehr Sparsamkeit

Gestresstsein, Geld verprassen, zu oft am Handy hängen: Das wollen viele Deutsche laut einer Umfrage im neuen Jahr nicht mehr. Psychologin Stefanie Stahl gibt Tipps, wie gute Vorsätze zur Gewohnheit werden.

Was bringt das Jahr 2023?
Veröffentlicht am 28. Dezember 2022 um 06:11 Uhr

Weniger Stress - dieser Wunsch für das neue Jahr ist laut einer Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit so verbreitet wie noch nie. 67 Prozent der Befragten gaben an, sie wollten 2023 Stress vermeiden oder abbauen. In den ebenfalls repräsentativen Umfragen der Vorjahre seit 2011 hatte dieser Wert um die 60 Prozent geschwankt.

Zweitwichtigster Vorsatz für 2023 ist der Wunsch, mehr Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen sowie sich umwelt- und klimafreundlicher zu verhalten. Jeweils 64 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa Befragten äußerten sich so.

Besonders populäre Vorsätze sind auch mehr Sport treiben (61 Prozent), sich mehr Zeit für sich selbst nehmen (54) und sich gesünder ernähren (53). Deutlich mehr Menschen als im Vorjahr bekundeten die Absicht, sparsamer zu leben. 40 Prozent der Befragten - das sind 11 Prozentpunkte mehr als 2021 - erklärten, sie wollten den Gürtel enger schnallen.

Weniger Fleisch, weniger Bildschirme, weniger Suchtmittel

Nur etwa jeder dritte Befragte will 2023 weniger Fleisch essen (34), abnehmen (33) und weniger Zeit am Handy oder Computer verbringen (31). Auf den hinteren Plätzen der populären Vorsätze liegen weniger fernsehen (20), weniger Alkohol (16) und Rauchen aufgeben (9).

Wie das klappen kann? Dinge, die man sich vornehme, sollte man am besten in die Alltagsroutine einbauen, sagte die Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl («Das Kind in dir muss Heimat finden», «Wer wir sind - Wie wir wahrnehmen, fühlen und lieben») der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Beispiel: Joggen immer am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit. Schwieriger sei es jedoch mit Tätigkeiten, die man unterlassen wolle - wie etwa das Rauchen. «Wenn ich zwei Mal die Woche joggen gehe, ist das zeitlich begrenzt. Aber nicht mehr Rauchen, das habe ich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.» Dies seien dann «immer wieder kleine Entscheidungen, die getroffen werden» - und das koste mehr Energie. Der große Vorteil bei «den Unterlassungs-Dingen» sei aber, dass das Gehirn sich irgendwann daran gewöhnt habe. «Und dann kostet es auch keine Energie mehr», sagte Stahl.

Sie empfiehlt außerdem, bei Vorsätzen «nicht zu große Schritte» zu machen. Viele Vorsätze zum neuen Jahr sind ihrer Einschätzung nach aber zum Scheitern verurteilt: «Weil sie viel zu rational beschlossen werden und nicht wirklich von innen heraus kommen», sagte Stahl. «Denn wenn sie wirklich von innen heraus kommen, dann brauche ich keinen Jahrestag und warte ich nicht bis zum 1. Januar. Dann kann ich auch sofort anfangen.»


Bildnachweis: © Lars Klemmer/dpa
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