Konstantin Tselikov trägt eine schwarze Jogginghose und eine graue Trainingsjacke. Darunter ein orangefarbenes T-Shirt mit einer weißen Hand, die das Peace-Zeichen formt. Frieden - das wünscht sich der aus der Ukraine stammende Ballettpädagoge der Ballettschule des Hamburg Balletts auch für seine Schützlinge. Seit vier Wochen trainiert Konstantin Tselikov, den alle nur Kostja nennen, auch einige Ballettschüler, die mit ihren Eltern vor dem Krieg in der Ukraine nach Hamburg geflohen sind. Insgesamt zehn ukrainische Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren hat die Ballettschule des weltberühmten Choreografen John Neumeierbereits aufgenommen - die Aufnahme weiterer Kinder wird geprüft. «Wir haben uns überlegt: Was können wir tun, um zu helfen», sagt Gigi Hyatt, die pädagogische Leiterin und stellvertretende Direktorin der Ballettschule. Schnell sei klar gewesen, dass die Schule einige Kinder mit Tanzerfahrung aus der Ukraine aufnehmen will. Finanzielle Unterstützung gibt der Verein Ballettfreunde Hamburg. Der Kontakt sei auch durch persönliche Verbindungen zustande gekommen - einige der Tänzer des Hamburg Balletts stammen aus der Ukraine, darunter der erste Solist Alexandre Riabko. «Das Tolle am Ballett ist, dass die Ballettsäle überall auf der Welt gleich aussehen und die Ballettsprache - französisch - überall auf der Welt gleich ist», sagt die Deutsch-Amerikanerin, die die Schule seit 2013 leitet. «Die Kinder haben sich gleich zuhause gefühlt.» Einige der ukrainischen Ballettschüler leben im Internat, das an die Schule angeschlossen ist. So wie Mascha, 13, aus Kiew. Sie ist ganz alleine in Hamburg geblieben, ihre Eltern und ihr Bruder sind weiter nach Spanien geflüchtet. «Nur hier gibt es so eine gute Ballettschule. Deshalb wollte ich unbedingt hier bleiben», sagt die 13-Jährige, die bereits seit zehn Jahren Ballettunterricht nimmt und davon träumt, einmal in einer Compagnie zu tanzen. Auch Khrystyna, 14, lebt im Internat, ihre Mutter wohnt in Hamburg, ihr Vater ist in Kiew geblieben. Zu zweit ist es für die Mädchen einfacher, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Die 146 Schüler der Ballettschule kommen aus 33 Nationen, da fällt es leichter, Freunde zu finden. Im Moment proben die Ballettschüler für die große Aufführung der Ballettschule «Erste Schritte» am 30. April und 20. Juni in der Hamburgischen Staatsoper. Alle Vorschulklassen üben mit Konstantin Tselikov für ihren Auftritt, unter anderem zum Walzer «An der schönen blauen Donau» von Johann Strauss. Auch der kleine Pavlo ist dabei und präsentiert stolz, was er schon kann. «Zeig' mir, wie gut du bist!», motiviert der Lehrer seine Schützlinge, während Pianistin Narmin Elyasova erneut die Walzermusik vom Band spielen lässt. An den glücklichen Gesichtern der kleinen Tänzerinnen und Tänzer kann man erkennen, dass sie den Krieg für eine Zeit vergessen haben. Auch erwachsenen Tänzerinnen und Tänzern aus der Ukraine will das Hamburg Ballett zusammen mit der Kulturfabrik Kampnagel helfen. Mitglieder der Kyiver Compagnie, von denen viele gerade in Europa und der Welt unterwegs sind, wurden eingeladen, in der Hansestadt zu arbeiten und ein Programm zu kreieren, das mit Unterstützung des Hamburger Ensembles längerfristig wachsen soll. Auf Kampnagel bekommt das Ensemble aus bisher sieben Tänzern eine Bühne sowie technische und organisatorische Unterstützung für die Produktion «For The Air That We Breathe», die, unterstützt von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper, am 29. und 30. April auf Kampnagel gezeigt wird. Geplant ist, den Gasttänzerinnen und -tänzern mit Stipendien einen längerfristigen Arbeitsaufenthalt in Hamburg zu ermöglichen.Ballettschule will helfen
Proben für die große Aufführung der Ballettschule
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Hamburger Ballettschule nimmt ukrainische Kinder auf
In der Ballettschule des weltberühmten Choreografen John Neumeier tanzen Kinder aus 33 Nationen. Um ihre Solidarität auszudrücken, hat die Schule junge Tänzer aus der Ukraine aufgenommen - darunter Pavlo.
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