26. Dezember 2022 / Aus aller Welt

Hoffnung auf Immunität gegen Vogelgrippe

Eine beispiellose Vogelgrippe-Welle hat sich global ausgebreitet. Selbst antarktische Pinguine sind vor dem Virus nicht mehr sicher. Hierzulande war die Welle zuletzt flacher. Wieso?

Ein Schild verweist am Eingang zu einer Gänsezucht im sächsischen Wermsdorf auf den Tierseuchenschutz.

Nach der ungewöhnlich starken Sommerwelle der Vogelgrippe bei Wildvögeln sieht der Experte Timm Harder in der bislang schwachen Herbst- und Winterwelle Anzeichen für eine gewisse Immunität unter den Tieren. Bundesweit seien von Anfang Oktober bis kurz vor Weihnachten weniger als 90 Fälle registriert worden, sagte der Leiter des Nationalen Referenzlabors für Aviäre Influenza am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei Greifswald der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist sehr wenig im Vergleich zum Vorjahr.» Da seien es mehrere hundert gewesen.

«Also fragt man sich, was diese Ursache sein kann. Darauf haben wir leider auch keine verbindliche Antwort.» Man hoffe aber, dass die Zugvögel eine gewisse Immunität mitgebracht haben. Die aktuelle Virusvariante dominiere schon seit längerem, nämlich seit dem Frühjahr 2021. «Das ist einer der Hauptpunkte, auf den wir unsere Hoffnung stützen.» Auch seien bei lebenden Tieren schon Antikörper festgestellt worden.

Eine weite Verbreitung des Virus zwischen Oktober 2021 und März 2022 könne die Immunität befördert haben. Auch in Europa bewegte sich nach Harders Aussage das Infektionsgeschehen bei Wildvögeln zuletzt unter dem Niveau der Vorjahre.

Größte beobachtete Vogelgrippe-Epidemie in Europa

Dennoch gilt die anhaltende Vogelgrippe-Epidemie als die bislang größte beobachtete in Europa, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit am vergangenen Dienstag mitteilte. Durch das ungewöhnlich starke Infektionsgeschehen im zurückliegenden Sommer könnten die Seuchenzüge, die sich normalerweise auf die kalte Jahreszeit konzentrieren, nicht klar voneinander getrennt werden.

Erstmals habe eine solche Welle im Herbst auch Südamerika erreicht, sagte Harder. So gebe es zum Beispiel Fälle bei Pelikanen und in Geflügelhaltungen. Betroffen seien etwa Peru, Venezuela, aber auch Ecuador und Kolumbien. «Das größte Interesse, das Virus zu bekämpfen, hat sicherlich Brasilien.» Noch seien aus dem Land keine Fälle bekannt. Es sei aber der größte Hähnchenfleisch-Exporteur weltweit. «Da ist sicherlich Alarmstufe Rot.» Nur die Kontinente Australien und Antarktis seien nicht betroffen. Mit Blick auf die Antarktis zeigte er sich besorgt, dass das Virus von Südamerika aus überspringen könnte. Dann drohe selbst den dortigen Pinguin-Beständen Gefahr.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Jetzt ist (so gut wie) Schluss!
Allgemein

Bernhard Wessel wird am 31.12. endgültig aufhören

weiterlesen...
Keine Veranstaltungen im Kolpinghaus
Allgemein

Popup-Kolpinghaus: Traum geplatzt

weiterlesen...
Westkirchener Autorin bringt Leser in die Erfolgsspur und hilft dem Frauenhaus
Allgemein

So machst du 2023 zu deinem Konfettijahr und tust sogar Gutes dabei

weiterlesen...

Neueste Artikel

Geschwisterpaar tot in Stausee gefunden
Aus aller Welt

Seit Freitag galten sie als vermisst. Jetzt sind eine 22-Jährige und ihr minderjähriger Bruder tot in einem Stausee entdeckt worden.

weiterlesen...
Suche nach radioaktiver Kapsel in Australien
Aus aller Welt

Die auf dem Weg nach Perth abhanden gekommene Fracht ist klein, hat es aber in sich: Die Strahlenmenge des Cäsium-137 entspricht im Umkreis von einem Meter zehn Röntgenbehandlungen innerhalb einer Stunde.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Geschwisterpaar tot in Stausee gefunden
Aus aller Welt

Seit Freitag galten sie als vermisst. Jetzt sind eine 22-Jährige und ihr minderjähriger Bruder tot in einem Stausee entdeckt worden.

weiterlesen...
Suche nach radioaktiver Kapsel in Australien
Aus aller Welt

Die auf dem Weg nach Perth abhanden gekommene Fracht ist klein, hat es aber in sich: Die Strahlenmenge des Cäsium-137 entspricht im Umkreis von einem Meter zehn Röntgenbehandlungen innerhalb einer Stunde.

weiterlesen...