Der kontroverse Nationalfeiertag «Australia Day» hat in Down Under wieder landesweite Proteste ausgelöst. Mit dem Tag wird der Ankunft der ersten britischen Flotte in Sydney Cove am 26. Januar 1788 gedacht, in deren Folge das Land kolonisiert wurde. Die indigene Bevölkerung nennt den Tag hingegen «Invasion Day»: Mit der Ankunft der Europäer verbindet sie vor allem Gräueltaten und ihre eigene Enteignung. Unter anderem in Melbourne und Sydney versammelten sich seit dem Morgen Tausende Demonstranten zu Kundgebungen. In der Hauptstadt Canberra wurde das Parlamentsgebäude abgeriegelt, nachdem Hunderte Protestierende die Polizeiabsperrungen durchbrochen hatten, wie australische Medien berichteten. Darunter seien pro-palästinensische Aktivisten gewesen, die gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen protestiert hätten. Vielerorts feierten Indigene ihre Kultur mit Tänzen und Gesängen. «Dies war und wird immer das Land der Aborigines sein», skandierten Teilnehmer bei einem Protestzug in Sydney. Auch Premierminister Anthony Albanese nahm an einer Zeremonie von Ureinwohnern teil. «Die Aborigines und die Bewohner der Torres-Strait-Inseln kümmern sich seit über 65.000 Jahren um dieses Land», schrieb er auf X (früher Twitter). «Ihre Kultur und ihre Verbundenheit zum Land bereichern unsere Nation bis heute.» Viele Australier begingen den Feiertag aber wie gewohnt mit Familie und Freunden beim Grillen oder am Strand. Was aber fordern die Gegner des «Australia Day»? Einige wünschen sich, dass das Datum geändert wird - möglichst auf einen Tag, der symbolisch die Vielfalt der australischen Bevölkerung widerspiegelt. Andere wollen eine vollständige Abschaffung des Nationalfeiertags. «Wir glauben, dass es keinen Tag im Kalender gibt, an dem es keine Massaker und Gewalt gegeben hat», zitierte der Sender ABC die Indigene Tarneen Onus Browne, die die Demonstration in Melbourne organisiert hat. «Das versuchen wir jedes Jahr klar zu machen - und wir wollen damit auch dem Mythos dieser Kolonie und ihrer Entdeckung ein Ende setzen.» Für das Leid der Ureinwohner gab es erst 2008 eine offizielle Entschuldigung durch den damaligen Premierminister Kevin Rudd, der um Vergebung für das erlittene Unrecht bat. Viele Jahrzehnte lang wurden früher Aborigine-Kinder ihren Eltern entrissen und mussten in Heimen oder bei weißen Familien aufwachsen. Zehntausende Mädchen und Jungen waren betroffen, in Australien werden sie als «Stolen Generation» (gestohlene Generation) bezeichnet.Parlamentsgebäude abgeriegelt
Datumsänderung oder Abschaffung?
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Indigene fordern Abschaffung des «Australia Day»
Australien hat einen der umstrittensten Nationalfeiertage der Welt. Am 26. Januar feiert das Land die Ankunft der Europäer. Die indigene Bevölkerung fordert die Abschaffung.
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