13. März 2024 / Aus aller Welt

Kindersterblichkeit weltweit deutlich zurückgegangen

Trotz aller Fortschritte bei der medizinischen Versorgung sterben immer noch weltweit Millionen von Kindern vor ihrem fünften Geburtstag. Viele Leben könnten laut Unicef gerettet werden.

Die von Unicef organisierte Installation in New York veranschaulicht das Ausmaß von Kindersterblichkeit in Konfliktgebieten im Jahr 2018.
Veröffentlicht am 13. März 2024 um 19:28 Uhr

Weltweit überleben nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr Kinder als je zuvor die ersten Lebensjahre. Seit dem Jahr 2000 sei die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren um 51 Prozent gesunken, teilte die Organisation in Köln und New York mit.

So habe 2022 die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen gestorben seien, mit schätzungsweise 4,9 Millionen Kindern einen historischen Tiefstand erreicht. 1990 seien es noch 12,5 Millionen Kinder gewesen.

Vermeidbare Ursachen und behandelbare Krankheiten

Den Angaben zufolge entfielen 2022 die meisten dieser Todesfälle auf Afrika südlich der Sahara und auf Südasien. Sie seien vor allem auf vermeidbare Ursachen oder behandelbare Krankheiten zurückzuführen wie Frühgeburten, Komplikationen während der Geburt, Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen und Malaria.

«Viele Leben hätten gerettet werden können, wenn die Kinder besseren Zugang zur medizinischen Grundversorgung gehabt hätten», teilte Unicef in einer Mitteilung weiter mit. Dazu gehörten Maßnahmen wie Impfungen, qualifiziertes Gesundheitspersonal sowie die Diagnose und Behandlung von Kinderkrankheiten.

Schulze: Welt ist noch lange nicht am Ziel

«Es ist von entscheidender Bedeutung, den Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung für jede Frau und jedes Kind zu verbessern, auch in Krisensituationen und in abgelegenen Gebieten», wird der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in der Mitteilung zitiert. «Wo ein Kind geboren wird, sollte nicht darüber entscheiden, ob es leben oder sterben wird.»

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete es als «eine der besten Investitionen der Welt, mehr für die Gesundheit von Müttern und Kindern zu tun. «Gesundheit ist darum ein wichtiger Schwerpunkt unseres weltweiten Engagements, von Mutter-Kind- Gesundheitsdiensten bis zu Kleinkind-Impfungen gegen Masern und Gelbfieber. All dies trägt dazu bei, die Kindersterblichkeit zu senken», kommentierte Schulze die Unicef-Zahlen. Die Welt sei noch lange nicht am Ziel. «Vor allem in Subsahara-Afrika und Südasien sterben immer noch viel zu viele Kinder.»


Bildnachweis: © Craig Ruttle/FR61802 AP/dpa
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