18. Oktober 2024 / Aus aller Welt

Krise verschärft sich: Stromnetz auf Kuba bricht zusammen

Auf der Karibikinsel gab es zuletzt immer häufiger Stromausfälle. Die Regierung schränkte deswegen Aktivitäten ein. Nun gibt es einen landesweiten Blackout.

Kuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution um Fidel Castro von 1959. (Archivbild)

In Kuba ist das Stromnetz landesweit komplett zusammengebrochen. Kurz nach der Ankündigung von Notmaßnahmen zur Bewältigung einer schweren Stromkrise meldete das Energieministerium, dass auch das wichtige thermoelektrische Kraftwerk Antonio Guiteras vom Netz gegangen sei. Mehrere andere Kraftwerke des sozialistischen Karibikstaats waren wegen ihres schlechten Zustands bereits außer Betrieb. 

Man werde ohne Pause an der Wiederherstellung der Stromversorgung arbeiten, versicherte Präsident Miguel Díaz-Canel im Kurznachrichtendienst X. Für die Führung des Landes habe die Lösung dieses für die Bevölkerung hochsensiblen Problems absolute Priorität.

 

Schulen bleiben geschlossen, Büroarbeit fällt aus

Ministerpräsident Manuel Marrero hatte zuvor in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache die Situation des Stromnetzes im Land als «komplex» beschrieben. Grund für die häufigen Ausfälle seien vor allem fehlende Brennstoffe und Betriebsstörungen in den alten Kraftwerken des Landes, sagte Marrero. Vor dem landesweiten Stromausfall dauerten in Teilen des Landes die Stromausfälle ohnehin mehr als zwölf Stunden am Tag an.

Der staatliche Stromversorger UNE kündigte daraufhin die Einstellung nicht essenzieller Aktivitäten an. Nur Krankenhäuser und Lebensmittelproduktionsstätten dürften ohne Kürzungen weiterarbeiten. An den restlichen Arbeitsplätzen könne nur noch das erforderliche Personal eingesetzt werden. Kulturelle Aktivitäten und Freizeitzentren mit Stromgebrauch würden zudem ausgesetzt. Auch der Schulunterricht wurde vorübergehend eingeschränkt. 

Veraltete Infrastruktur

Kuba steckt in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution um Fidel Castro von 1959. Wegen des schlechten Zustands der veralteten Infrastruktur - auch als Folge des seit mehr als 60 Jahren bestehenden Handelsembargos der USA - gehen in Kuba regelmäßig die thermoelektrischen Kraftwerke vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Stromausfälle gehören im ganzen Land zum Alltag.

In der Hauptstadt Havanna wurde das Problem bisher größtenteils in Grenzen gehalten. Seit zwei Jahren gibt es dort hin und wieder Phasen planmäßiger Stromabschaltungen, bei denen die Viertel abwechselnd alle drei Tage vier Stunden lang ohne Elektrizität auskommen müssen. Seit Montag fiel auch in Havanna jeden Tag der Strom aus, bisweilen für mehr als vier Stunden.


Bildnachweis: © Ramon Espinosa/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Taira Löbke setzt dem Jubiläum der Damengarde die Krone auf
Allgemein

Erst die Feuerwehr, dann der Regen und am Ende eine Königin

weiterlesen...
Einbahnstraße auf der B64: Das müssen Autofahrer jetzt wissen
Allgemein

Fernwärme-Arbeiten in Warendorf sorgen ab 13. August für weiträumige Umleitung

weiterlesen...
Vom Neustart zur Erfolgsgeschichte: Landgasthof zieht positive Sommerbilanz
Allgemein

Barbecue und Live-Musik mit Rainer Migenda zum Ausklang des ersten Sommers im „Zum Kühlen Grunde“

weiterlesen...

Neueste Artikel

900 Stimmen fordern Zugabe: Rudelsingen-Premiere begeistert Warendorf
Allgemein

Von der Reeperbahn bis nach New York – David Rauterberg und Philip Ritter verwandeln das NRW-Landgestüt in einen riesigen Chor

weiterlesen...
Vulkanausbruch in Indonesien: Flughäfen weiter geschlossen
Aus aller Welt

Sein «Vater» sorgte einst für die lauteste jemals aufgezeichnete Explosion. Nun bringt der «Sohn» Anak Krakatau mit einem weiteren Vulkanausbruch den Flugverkehr in Indonesien durcheinander.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vulkanausbruch in Indonesien: Flughäfen weiter geschlossen
Aus aller Welt

Sein «Vater» sorgte einst für die lauteste jemals aufgezeichnete Explosion. Nun bringt der «Sohn» Anak Krakatau mit einem weiteren Vulkanausbruch den Flugverkehr in Indonesien durcheinander.

weiterlesen...
Hitzewellen und Brände verschärfen Luftverschmutzung
Aus aller Welt

Toxischer Rauch, steigende Ozonwerte: Hitzewellen und Brände sind ein Problem für die Luftqualität – auch fern der Brandherde.

weiterlesen...