24. Mai 2023 / Aus aller Welt

Meteorit von Elmshorn stammt aus frühem Sonnensystem

Ende April leuchtete eine Feuerkugel über Schleswig-Holstein auf. Kurze Zeit später wurden ungewöhnliche Gesteinsbrocken gefunden. Einige wurden untersucht. Nun sind erste Ergebnisse da.

Hausbesitzer Wilfried Labusch mit einem kleinen Meteoriten, der niedergegangen ist.

Nun ist es offiziell: Bei dem Meteoritenfund aus Elmshorn handelt es sich tatsächlich um einen Gesteinsbrocken aus dem All. Er gehört zur Gruppe der gewöhnlichen Chondriten des Typen H, einer Gruppe von Meteoriten, die einen besonders hohen Anteil an Metall besitzen, wie die Universität Münster mitteilte. Am dortigen Institut für Planetologie wurde einer der Meteoriten untersucht.

Das Himmelsgestein stammt den Angaben zufolge aus der Urzeit des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren und weist eine intensive sogenannte Brekziierung auf. Das bedeutet, dass das Gestein aus verschiedenen Bestandteilen wie etwa sehr ursprünglichem und unverändertem sowie stark erhitztem Material besteht.

Mutterkörper des Meteoriten mit anderen Asteroiden kollidiert

«Die Brekziierung des Meteoriten ist durch vorherige Kollisionen im frühen Sonnensystem und im Asteroidengürtel entstanden, einer Region mit einer besonders hohen Ansammlung von Asteroiden, die zwischen Mars und Jupiter liegt», sagte Markus Patzek vom Institut für Planetologie. Der Mutterkörper des Meteoriten von Elmshorn sei dort mit anderen Asteroiden kollidiert und ermögliche so Einblicke in die Geschichte des Himmelskörpers.

Die Meteoritenstücke von Elmshorn wurden Ende April gefunden: Am 25. April hatte gegen 14.00 Uhr eine Feuerkugel über Schleswig-Holstein aufgeleuchtet. Kurz darauf entdeckten Einwohner der Stadt Einschläge auf Dächern und in Gärten und fanden Meteoritenstücke von einigen Hundert Gramm bis mehrere Kilogramm Gewicht. Einige der Fundstücke stellten sie Wissenschaftlern zur Untersuchung zur Verfügung.

Für die Analysen zersägte das Forschungsteam in Münster ein etwa 40 Gramm schweres Stück des Meteoriten und stellte mehrere sogenannte Dünnschliffe her. Diese 30 Mikrometer dicken Gesteinsscheiben erlauben weitergehende Untersuchungen der internen Struktur mittels optischer und Elektronenmikroskopie. Ein Teil wurde zudem zu feinem Pulver verarbeitet, das die Forschenden zur weiteren Untersuchung anderen Instituten in Europa zur Verfügung stellten.

Geprüft werden soll unter anderem, ob der Meteorit neue Erkenntnisse über Kollisions- und Bildungsprozesse im frühen Sonnensystem liefert.


Bildnachweis: © Daniel Bockwoldt/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Warendorfer Reitverein eröffnet neue Reitanlage mit hochkarätigem Sommerturnier
Allgemein

Erstes Sommerturnier auf der neuen Reitanlage des Reit- und Fahrvereins Warendorf

weiterlesen...
Chillen und Relaxen am Warendorfer Emssee
Allgemein

Einladende Aufenthaltsfläche lädt zum Verweilen ein

weiterlesen...
Das 3 in 1 Schützenfest
Allgemein

König Ralf Kerkhoff von Whiskyglas und Kinderspaß

weiterlesen...

Neueste Artikel

Fall Valeriia - Erleichterung nach Festnahme
Aus aller Welt

Der gewaltsame Tod einer Neunjährigen im sächsischen Döbeln hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ermittler fassten einen Verdächtigen. Bei einer Gedenkveranstaltung zeigte sich nun tiefe Trauer.

weiterlesen...
Prinzessin Kate nimmt öffentliche Termine wieder auf
Aus aller Welt

Monatelang war Prinzessin Kate aus gesundheitlichen Gründen nicht zu sehen. Das ändert sich nun. Doch bis ihren üblichen Alltag wieder aufnimmt, dürfte es noch dauern

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Fall Valeriia - Erleichterung nach Festnahme
Aus aller Welt

Der gewaltsame Tod einer Neunjährigen im sächsischen Döbeln hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ermittler fassten einen Verdächtigen. Bei einer Gedenkveranstaltung zeigte sich nun tiefe Trauer.

weiterlesen...
Prinzessin Kate nimmt öffentliche Termine wieder auf
Aus aller Welt

Monatelang war Prinzessin Kate aus gesundheitlichen Gründen nicht zu sehen. Das ändert sich nun. Doch bis ihren üblichen Alltag wieder aufnimmt, dürfte es noch dauern

weiterlesen...