In Thailand hat die Berichterstattung des US-Senders CNN vom Tatort des Kita-Massakers Entrüstung bei Behörden und Medienvertretern des Landes ausgelöst. Die Polizei wolle juristische Schritte gegen das Filmteam einleiten, berichtete die «Bangkok Post» am Sonntag. Dem Filmteam wird vorgeworfen, die Innenräume der Kindertagesstätte betreten zu haben, in der am Donnerstag ein Ex-Polizist 23 Kinder und mehrere Erzieher getötet hatte. Auf Screenshots einer TV-Schalte ist zu sehen, wie die CNN-Korrespondentin Anna Coren aus einem Kita-Raum berichtet. Auch in einem Online-Bericht des Senders werden Eindrücke aus dem Inneren der Einrichtung geschildert. Ein Foto eines thailändischen Journalisten zeigte zudem, wie ein Mitglied der CNN-Crew über einen mit Flatterband abgesperrten Zaun klettert. Die thailändische Journalistenvereinigung FCCT bezeichnete die Berichterstattung als «unprofessionell» und «ernsthafte Verletzung journalistischer Ethik». Thailand sei traumatisiert von der Tragödie, hieß es in der Stellungnahme. Es sei ein «weites Anliegen gewesen, unangemessene Bilder nicht in klassischen oder sozialen Medien zu veröffentlichen», allein aus Respekt gegenüber Angehörigen der Opfer. CNN wehrte sich gegen den Vorwurf, das Haus unerlaubt betreten zu haben. Die Crew habe wie andere Medien auf dem Gelände der Kita gefilmt, als das Absperrband der Polizei gerade nicht angebracht war, erklärte der Sender auf Twitter als Reaktion auf die FCCT. «Während des Filmens sprachen drei Gesundheitsbehördenvertreter beim Verlassen des Gebäudes mit dem Team und sagten, dass sie drinnen drehen dürften.» Als sie nach rund 15 Minuten das Haus verließen, sei das Absperrband angebracht gewesen, sodass das Team über den Zaun habe klettern müssen, hieß es weiter in der Erklärung. Nationale wie internationale Medien waren am Wochenende im der nordöstlichen Provinz, um über das Kita-Massaker zu berichten. 36 Menschen hatte der wegen Drogendelikten aus dem Dienst entlassene Polizist am Donnerstag getötet, bevor er sich selbst das Leben nahm. Am Samstag hatten die Bestattungen der Todesopfer, darunter viele kleine Kinder, in Tempeln der Gemeinde Na Klang begonnen. Schon am Freitag waren Thailands Königspaar und auch Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha in die Region gereist, um Hinterbliebenen und Verletzten ihren Beistand auszudrücken.FCCT: «ernsthafte Verletzung journalistischer Ethik»
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Nach Bluttat: Wut über CNN-Dreh in Kita
Die Trauer um die grausam getöteten Kinder und die Mitarbeitenden der Kindertagesstätte im Nordosten Thailands sitzt tief. Umso größer ist jetzt die Wut auf ein Fernsehteam, das mutmaßlich innerhalb des Tatorts filmte.
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