Nach einem Jahrzehnt ist es endlich so weit: Nach etlichen Rückschlägen soll die Trägerrakete Ariane 6 zum ersten Mal vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben. Sie löst damit ihre Vorgängerin Ariane 5 ab, die seit 1996 im Einsatz war. Ein Überblick: Deutschland und Frankreich planen gemeinsam den Ariane-6-Bau. Sie soll der Ariane 5 folgen, die bis zu 52 Meter hoch ist und knapp zehn Tonnen Nutzlast ins All befördern kann. Die neue Version soll modulierbar und von großer Robustheit sein. Nach einem Konzept der europäischen Raumfahrtbehörde Esa soll die neue Trägerrakete vier Triebwerke mit jeweils rund 135 Tonnen Festtreibstoff erhalten. Doch der Bau steht in den Sternen. Deutschland möchte als einer der Hauptgeldgeber der Esa erst einmal nur die Ariane 5 weiterentwickeln. Die Esa beauftragt den Raketenbauer Airbus Safran Launchers (ASL) mit der Entwicklung der Ariane 6. Der Vertrag hat ein Volumen von 2,4 Milliarden Euro. Im Folgejahr gibt es einen Vertrag über eine zweite Finanztranche von 1,7 Milliarden Euro. Ziel ist es, Satelliten deutlich günstiger ins All zu transportieren als mit der Ariane 5. Ariane 6 soll dem Raketenbetreiber Arianespace zufolge erstmals im Juli 2020 starten. Die Corona-Pandemie führt zu Verzögerungen und Unterbrechungen in der Produktion und den Testphasen. Gleichzeitig verursacht sie hohe Kosten. Der Start der Rakete wird wegen der Pandemie zunächst auf 2021, später auf 2022 verschoben. Deutschland und Frankreich stellen zusätzliches Geld bereit. Im November geht erstmals eine Oberstufe der Ariane 6 von Bremen aus auf Reisen zum Weltraumbahnhof Kourou. Nach einem erfolgreichen Heißlauftest der kompletten Oberstufe Anfang Oktober verschiebt sich der geplante Erstflug der Ariane 6 auf Ende 2023, später auf 2024. Neue Anforderungen kommerzieller Kunden und die Notwendigkeit zusätzlicher Tests verlängern den Entwicklungszeitplan. Anfang Juli startet zum letzten Mal eine Ariane 5 ins All. Seitdem fehlen der Esa eigene Transporter, um große Satelliten in den Weltraum zu bringen. Denn seit einem Fehlstart der Vega C bei ihrem ersten kommerziellen Flug im Dezember 2022 ist auch diese Rakete vorerst am Boden geblieben. Die Haupt- und Oberstufe der Ariane 6 kommen im Februar in Kourou an. Im Juni wird der Erstflug ins All auf den 9. Juli terminiert.2010: Deutsche Regierung stimmt Bau zu
2013: Ariane 6 nimmt Formen an
2015: Esa vergibt Entwicklungsauftrag
2019: Raketenstart für Juli 2020 anvisiert
2020: Startverzug wegen zu hohen Kosten
2021: Mehr Geld für neue Ariane-6-Rakete
2022: Start der Trägerrakete auf 2023 verschoben
2023: Erneute Verzögerung des Raketenstarts
2024: Erste Bauteile in Französisch-Guyana
Bildnachweis: © S Martin/ESA/CNES/Arianespace/ArianeGroup/dpa
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Nach langer Wartezeit: Ariane 6 soll abheben
An diesem Dienstag soll die neue Ariane-6-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana zu ihrem Erstflug starten. Der Weg bisher war jedoch nicht leicht.
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