4. Oktober 2022 / Aus aller Welt

Nach Raserfahrt - 24-Jähriger wegen Mordes vor Gericht

Er saß betrunken am Steuer eines 510 PS starken Sportwagens und verursachte einen tödlichen Unfall. Dafür muss sich jetzt ein 24-Jähriger vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte (m.) in einem Saal des Landgerichts Neuruppin (Brandenburg).

Nach einem Verkehrsunfall mit zwei Toten und zwei Verletzten muss sich der Unfallfahrer wegen Mordes vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Der 24-Jährige habe am 10. Juli vergangenen Jahres in einem 510 PS starken Sportwagen den Unfall mit einem entgegenkommenden Auto auf einer Bundesstraße im Mühlenbecker Land verursacht, sagte Staatsanwältin Lara Garnkäufer am Dienstag bei der Anklageverlesung zum Prozessauftakt. Der Deutsche habe seinen Sportwagen auf bis zu 230 Kilometer pro Stunde beschleunigt, um seinen Beifahrer zu beeindrucken. In einer Kurve sei der betrunkene 24-Jährige mit voller Beschleunigung auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem Auto zusammengestoßen.

In dem entgegenkommenden Fahrzeug starben zwei Frauen im Alter von 32 und 28 Jahren. Die Jüngere war nach Angaben der Polizei im sechsten Monat schwanger - auch das ungeborene Kind überlebte den Unfall nicht. Ein Mann und eine weitere Frau in dem Fahrzeug wurden schwer verletzt. 

Es gab wohl eine versuchte Fahrerflucht

Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, dass er mit einem Freund von einer Geburtstagsparty in Schildow zu der Tour aufgebrochen sei, um zu Hause in Hohen Neuendorf etwas zu holen. An den Unfall habe er jedoch keine Erinnerung, sagte der Angeklagte. Er wisse aber wieder, dass er nach dem Unfall mit seinem Freund aus dem beschädigten Sportwagen geklettert sei. Wenig später seien Polizeibeamte gekommen und hätten ihre Personalien aufgenommen. Dann wurden die beiden leicht verletzten Männer im Krankenhaus behandelt.

Staatsanwältin Garnkäufer erklärte, der 24-Jährige habe versucht, vom Unfallort zu flüchten. Die beiden Männer seien jedoch wenig später von Polizisten gestellt worden.

Ein Verkehrspsychologe sagte als Gutachter vor Gericht, dass der Angeklagte zum Unfallzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 1,9 Promille gehabt haben müsse. Denn bei dem 24-Jährigen sei noch Stunden nach dem Unfall ein Blutalkoholwert von gut 1,3 Promille festgestellt worden. Der Angeklagte war im April in Untersuchungshaft genommen worden, nachdem Gutachter die Umstände des Unfalls geklärt hatten.


Bildnachweis: © Paul Zinken/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Kleine Artisten wachsen über sich hinaus
Allgemein

Bodelschwinghschule verlegt das Klassenzimmer in die Manege

weiterlesen...
Blitzer im Kreis Warendorf vom 06. bis 10. Februar 2023
Allgemein

Dein WAF wünscht Euch eine sichere Fahrt

weiterlesen...
Prinz Uwe II. „der Narrifant aus dem Kreideland“ regiert die WaKaGe
Allgemein

Uwe Amsbeck ist neuer Karnevalsprinz der Warendorfer Karnevalsgesellschaft

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mehr als 8100 Tote nach Erdbeben in Türkei und Syrien
Aus aller Welt

Nach den schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet bleibt die Situation trotz anlaufender Hilfe dramatisch. Menschen frieren, die Zerstörungen werden sichtbarer, immer mehr Tote werden gezählt.

weiterlesen...
«Stimmen unter den Trümmern» - Kampf gegen die Zeit
Aus aller Welt

Kälte, Regen, Schnee und große Zerstörung - die Retter in der Türkei und Syrien kämpfen mit widrigen Bedingungen. Ihnen läuft die Zeit davon. Die Menschen sind verzweifelt - und wütend.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mehr als 8100 Tote nach Erdbeben in Türkei und Syrien
Aus aller Welt

Nach den schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet bleibt die Situation trotz anlaufender Hilfe dramatisch. Menschen frieren, die Zerstörungen werden sichtbarer, immer mehr Tote werden gezählt.

weiterlesen...
«Stimmen unter den Trümmern» - Kampf gegen die Zeit
Aus aller Welt

Kälte, Regen, Schnee und große Zerstörung - die Retter in der Türkei und Syrien kämpfen mit widrigen Bedingungen. Ihnen läuft die Zeit davon. Die Menschen sind verzweifelt - und wütend.

weiterlesen...