Für die geplante Überprüfung von Vorwürfen gegen redaktionelle Führungskräfte des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Kiel sondiert der NDR-Landesrundfunkrat derzeit unabhängige Experten. Das sagte die Vorsitzende des Gremiums, Laura Pooth, am Mittwoch in einer Ausschusssitzung im Landtag Kiel. Details nannte sie nicht. Es sei wichtig, eine umfassende Prüfung zu veranlassen. Man werde sich redaktionelle Abläufe anschauen. Es brauche journalistische und juristische Expertise. Das Online-Medium «Business Insider» und danach der «Stern» hatten unlängst über Vorwürfe berichtet, wonach es unter anderem bei der Politik-Berichterstattung im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel eine Art Filter durch die Vorgesetzten geben könnte. Dabei ging es beispielsweise um ein Interview, das ein NDR-Journalist habe führen wollen, was seine Vorgesetzten aber abgelehnt hätten. Führungskräfte und Sender wiesen Vorwürfe eines politischen Filters zurück. Ende August hatte der unabhängige Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein dann in einer Sondersitzung die Überprüfung der Vorwürfe beschlossen. Der ganze Fall führte bereits zu personellen Konsequenzen: Landesfunkhausdirektor Volker Thormählen hat unbezahlten Urlaub genommen. Der Chefredakteur am Standort Kiel, Norbert Lorentzen, und die Politik-Verantwortliche Julia Stein hatten darum gebeten, sie bis auf weiteres von ihren bisherigen Aufgaben zu entbinden. Es gilt bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Unschuldsvermutung. Für die Zeit von Thormählens Urlaub hat Vizedirektorin Bettina Freitag die Geschäfte übernommen. Sie sagte im Ausschuss, dass die Vorwürfe eine «tiefe Krise» ausgelöst hätten. Man sei sehr besorgt, weil die Unabhängigkeit der Berichterstattung angezweifelt werde. Man wolle sich dem angeschobenen Prüfverfahren gerne stellen. Man halte es für wichtig, dass die Vorwürfe unabhängig aufgearbeitet werden. Freitag nannte neben der externen Prüfung durch den Landesrundfunkrat auch eine interne Überprüfung, die angestoßen worden sei. Die Federführung liege explizit nicht am NDR-Standort Schleswig-Holstein. Zwei Fehler in Einzelfällen räumte Freitag ein, andere Vorwürfe wies sie zurück. Insgesamt sei weitere Aufklärung erforderlich. Der NDR müsse sich generell immer die Frage stellen: «Haben wir zuviel Nähe?» Das Landesrundfunkhaus arbeite auch am Arbeitsklima. Hier sei eine sehr schmerzhafte Diskussion angelaufen.Personelle Konsequenzen
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NDR-Vorwürfe: Rat sondiert externe Experten für Prüfung
Nach Vorwürfen, wonach es unter anderem bei der Politik-Berichterstattung im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel eine Art Filter durch die Vorgesetzten geben könnte, sollen unabhängige Experten diese prüfen.
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