24. Januar 2023 / Aus aller Welt

Wieder Tote bei Schüssen in Kalifornien und Iowa

Zum zweiten Mal in kürzester Zeit sterben mehrere Menschen bei einem Gewaltverbrechen in Kalifornien. Auch andernorts in den USA reißen die Meldungen über tödliche Schüsse nicht ab.

Die Strafverfolgungsbehörden, darunter das San Mateo County Sheriff's Office, untersuchen einen Tatort in Half Moon Bay.

Im US-Bundesstaat Kalifornien sind erneut mehrere Menschen Opfer tödlicher Schusswaffengewalt geworden. Diesmal war eine ländliche Gemeinde im Norden des Westküstenstaates betroffen. An zwei Tatorten in Half Moon Bay kamen sieben Menschen ums Leben. Eine weitere Person wurde lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei mitteilte. Inzwischen sei das Opfer aber in stabilem Zustand, hieß es dazu am Dienstag.

Der mutmaßliche Schütze sei festgenommen worden, sagte Sheriff Christina Corpus bei einer Pressekonferenz. Es handle sich um einen 66 Jahre alten Mann, erklärte sie. Ursprünglich hatten die Behörden das Alter des Mannes mit 67 angegeben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gewalttat im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz des Täters stehe und dass der Mann alleine gehandelt habe, sagte Corpus. Der Täter sei ein Angestellter der Pilzfarm gewesen, die der erste der beiden Tatorte war.

Dort habe die Polizei vier Leichen und das schwer verletzte Opfer gefunden, hieß es. An einem zweiten Tatort in der Nähe seien drei Menschen durch Schüsse getötet worden. Die einzige Verbindung zwischen den Opfern und dem Täter, die den Ermittlern bisher bekannt ist, sei der Arbeitsplatz des mutmaßlichen Schützen. Der Tatverdächtige sei nach der Tat in seinem Fahrzeug zu einer Polizeiwache gefahren und auf dem Parkplatz in Gewahrsam genommen worden. Die Taten ereigneten sich in einer landwirtschaftlichen Region südlich von San Francisco.

Strengere Waffengesetze gefordert

US-Präsident Joe Biden nannte die Tat einen «sinnlosen Akt der Waffengewalt» und versprach der Gemeinde die volle Unterstützung der Regierung. «Die Geißel der Waffengewalt in ganz Amerika» erfordere strengere Waffengesetze, schrieb der demokratische Präsident.

Auch der kalifornische Gouverneur, Gavin Newsom, drückte seine Betroffenheit aus. «Tragödie über Tragödie», schrieb der Demokrat auf Twitter. Er habe erst am Montag Verletzte von dem Vorfall in Monterey Park im Krankenhaus getroffen, als er über die nächste Schießerei in Half Moon Bay informiert worden sei, so der Politiker. Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein.

Waffengewalt und tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Erst am Wochenende hatte ein Schütze am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in Südkalifornien in einer Tanzhalle das Feuer eröffnet. Zehn Menschen starben an dem Tatort in Monterey Park, ein weiteres Opfer erlag am Montag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 72-jähriger Mann, war am Sonntag leblos in seinem Lieferwagen gefunden worden. Er habe sich das Leben genommen, als eine Sondereinheit der Polizei seinen Wagen umstellte, hieß es.

Zwei tote Jugendliche in Iowa

Auch in einem Zentrum für Jugendliche im US-Bundesstaat Iowa sind zwei Schüler im Alter von 16 und 18 Jahren ums Leben gekommen. Ein weiterer Mann wurde bei dem Vorfall in der Stadt Des Moines schwer verletzt, wie die örtliche Polizei mitteilte. Es handle sich dabei um den 49-jährigen Gründer der Einrichtung, der noch versucht habe, den Schützen aufzuhalten.

Kurze Zeit nach den Schüssen am Montagmittag seien drei Verdächtige festgenommen worden, hieß es weiter. Gegen einen von ihnen, einen 18-Jährigen, sei unter anderem Anklage wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes an einer dritten Person erhoben worden. Er sei in Besitz einer Handfeuerwaffe gewesen, hieß es. Aufgrund eines weiteren, nicht näher benannten Waffendeliktes habe er eine elektronische Fußfessel getragen, die er etwa 16 Minuten vor der Tat abgenommen habe. Sowohl der mutmaßliche Täter, als auch die beiden Opfer seien Mitglieder rivalisierender Gangs. Tatmotiv seien Konflikte zwischen den Gruppen, hieß es.


Bildnachweis: © Nhat V. Meyer/Bay Area News Group/dpa
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