3. März 2026 / Aus aller Welt

Zwei Tote bei Straßenbahn-Unglück in Mailand

Im Zentrum der Olympiastadt rast eine Tram mit hoher Geschwindigkeit gegen ein Gebäude. Etwa 40 Menschen werden verletzt. Jetzt wird geprüft, ob der Fahrer einen Schwächeanfall hatte.

Die Tram soll erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen sein.

Bei einem Straßenbahn-Unglück in Mailand sind wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele zwei Menschen ums Leben gekommen. Etwa 40 Menschen - die meisten davon Passagiere - wurden in der norditalienischen Großstadt verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Die Tram, ein modernes Modell, soll erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen sein.

Das Unglück ereignete sich am Freitagnachmittag im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt. Aus noch ungeklärter Ursache prallte eine voll besetzte Straßenbahn der Linie 9 gegen 16.00 Uhr an einer Kreuzung gegen ein Gebäude. Nach Angaben von Augenzeugen hätte die Tram eigentlich geradeaus fahren sollen, bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Sie kam erst im Eingangsbereich eines Restaurants zum Stehen. Die Fahrerkabine wurde schwer beschädigt.

Verletzter Passagier: «Dachte, ein Erdbeben»

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um Passagiere: einen 60 Jahre alten Italiener und einen Mann aus Nigeria, zu dessen Alter die Behörden zunächst keine genaueren Angaben machten. Der Fahrer der Straßenbahn wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Spekuliert wird, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück soll er eine Haltestelle missachtet haben. Wie üblich in solchen Fällen wurde ihm für einen Alkohol- und Drogentest Blut abgenommen.

Einer der verletzten Passagiere schilderte der Nachrichtenagentur Ansa den Hergang so: «Ich dachte, das sei ein Erdbeben. Es war schrecklich.» Auf einem Video ist zu sehen, wie die Straßenbahn sehr zur Seite geneigt ist, bevor sie in das Gebäude rast. Mehrere Passagiere standen nach dem Unglück unter Schock. Feuerwehr und Rettungswagen waren im Großeinsatz.

In Mailand fanden bis zum vergangenen Sonntag zwei Wochen lang die Olympischen Winterspiele statt. Von den ausländischen Besuchern nutzten auch viele die Straßenbahnen. Zweite Gastgeberstadt war Cortina d'Ampezzo in den Dolomiten. Derzeit läuft in Mailand die Modewoche, zu der auch viele ausländische Besucher in der Stadt sind. Die Verkehrsbetriebe haben in ihrem Netz auch Straßenbahn-Modelle im Einsatz, die bereits viele Jahrzehnte alt sind.


Bildnachweis: © Francesco Enriquez/IPA via ZUMA Press/dpa
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