Hunderte Menschen könnten auf dem französischen Überseegebiet Mayotte im Indischen Ozean durch den Zyklon «Chido» zu Tode gekommen sein. Der örtliche Präfekt François-Xavier Bieuville sagte dem Sender Mayotte la 1ère, auch einen Tag nach dem Sturm gebe es noch immer keine finalen offiziellen Zahlen zu Todesopfern. Er sagte aber: «Ich denke, dass es sicherlich mehrere Hunderte sind.» Möglicherweise seien auch Tausend Menschen bei dem Unwetter ums Leben gekommen. Mehr als 250 Menschen seien verletzt worden. Noch ist das Ausmaß völlig unklar. Das französische Überseegebiet Mayotte liegt im Indischen Ozean etwa zwischen der Küste des südostafrikanischen Landes Mosambik und dem Inselstaat Madagaskar. Etwa 310.000 Menschen leben auf der Inselgruppe. Präsident Emmanuel Macron sagte bei einem Treffen mit Papst Franziskus auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika: «Ich möchte an unsere Mitbürger auf Mayotte denken, die in den vergangenen Stunden das Schlimmste erlebt haben, und von denen einige alles verloren haben, ihr Leben verloren haben.» «Chido» hat auf Mayotte große Verwüstung angerichtet. Sämtliche prekäre Behausungen seien durch den Wirbelsturm zerstört worden, sagte Frankreichs geschäftsführender Innenminister Bruno Retailleau. Am Montag wird er in dem Überseegebiet erwartet. Tausende Haushalte waren Berichten zufolge ohne Strom. Auch am örtlichen Flughafen gab es demnach Schäden. Straßen waren blockiert und einige Gebiete abgeschnitten. Vom Festland kam am Sonntag ein Flug mit Hilfslieferungen an. Seit 90 Jahren habe Mayotte keinen solch zerstörerischen Zyklon mehr erlebt, teilte die Präfektur auf Facebook mit. «Viele von uns haben alles verloren.» Präfekt Bieuville sagte, 10.000 Menschen seien wegen des Zyklons sicherheitshalber in 120 Notunterkünfte gebracht worden. Die örtlichen Behörden hatten die Menschen dazu aufgerufen, wegen des Sturms in einer soliden Behausung Schutz zu suchen und nicht nach draußen zu gehen. Laut französischem Wetterdienst Météo France fegten am Samstag Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 220 Kilometern pro Stunde über Mayotte. Am Sonntagmorgen traf der Zyklon auch Mosambik auf dem afrikanischen Festland. Der Sturm erreichte dort eine Geschwindigkeit von bis zu 240 Kilometern pro Stunde. Er zerstörte und beschädigte nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Unicef, in der nördlichen Provinz Cabo Delgado zahlreiche Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Die Region sei «schwer betroffen», so Unicef. Der Umfang der Zerstörung könne jedoch noch nicht eingeschätzt werden. Nach Angaben des mosambikanischen Zentrums für Katastrophenschutz sei in Cabo Delgado sowie der Nachbarprovinz Nampula das Stromnetz zusammengebrochen, was Rettungsarbeiten erschwere.«Viele von uns haben alles verloren»
Zyklon zieht weiter zum afrikanischen Festland
Bildnachweis: © Kwezi/AFP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Zyklon «Chido»: Präfekt vermutet Hunderte Tote auf Mayotte
Zyklon «Chido» hat die Inselgruppe Mayotte im Indischen Ozean heftig getroffen. Er hinterlässt zerstörte Häuser und Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung. Behörden befürchten viele Tote.
Meistgelesene Artikel
- 9. Oktober 2026
Vom ersten Eintopf im Keller zur Warendorfer Institution
50 Jahre „Grillstube Zur B64“
- 3. Oktober 2026
Um 17:17 Uhr fällt der Adler: Alexander Suermann-Plümpe ist neuer Kreisschützenkönig
Spannendes Königsschießen in Oelde – Neuer Kreisschützenkönig holt mit dem 201. Schuss den Adler von der Stange
Von der „Freckenhorster Olympiade“ über den großen Jubiläumsumzug bis zur Party: Zwei Tage lang feierte der Orchesterverein gemeinsam mit Freunden
Neueste Artikel
- 16. Oktober 2026
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
An einer Grundschule im Westen der USA tötet ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Täter selbst wird erschossen - noch bevor die Polizei eintrifft.
- 15. Oktober 2026
Kleinbus rammt Zug am Kanaltunnel - 19 Verletzte
Ein Kleinbus mit Lkw-Fahrern an Bord prallt am Kanaltunnel in Calais auf einen Güterzug. 19 Menschen werden verletzt, mehrere davon schwer. Das hat auch Folgen für den Bahnverkehr.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Oktober 2026
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
An einer Grundschule im Westen der USA tötet ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Täter selbst wird erschossen - noch bevor die Polizei eintrifft.
- 15. Oktober 2026
Kleinbus rammt Zug am Kanaltunnel - 19 Verletzte
Ein Kleinbus mit Lkw-Fahrern an Bord prallt am Kanaltunnel in Calais auf einen Güterzug. 19 Menschen werden verletzt, mehrere davon schwer. Das hat auch Folgen für den Bahnverkehr.













