Die zuständigen Ämter haben laut einer Erhebung der Organisation Weißer Ring im vergangenen Jahr fast die Hälfte aller Anträge auf Entschädigung von Gewaltopfern abgelehnt. Von deutschlandweit rund 13.200 erledigten Anträgen wurden 2022 demnach rund 6300 abgelehnt. Das entsprach rund 47,3 Prozent, «noch mehr als im Minus-Rekordjahr 2021», teilte die Organisation mit. Damals hatte der Anteil der abgelehnten Anträge bei 46,6 Prozent gelegen. Der Weiße Ring sprach von einem «neuen historischen Tiefpunkt». Demnach wurden in 2022 nur etwas mehr als ein Viertel der Anträge genehmigt. Die restlichen Fälle seien aus «sonstigen Gründen» erledigt worden. Das ist der Fall, wenn der Antrag etwa zurückgezogen wird, der Antragssteller stirbt oder der Fall an ein anderes Bundesland abgegeben wird. Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin des Weißen Rings, bezeichnete die Zahlen als «Trauerspiel». «Jedes Jahr veröffentlichen wir die aktuellen Zahlen zur Opferentschädigung, jedes Jahr mahnen wir bei Politik in Bund und Ländern Verbesserungen an - und trotzdem müssen wir im Folgejahr regelmäßig neue Negativrekorde vermelden.» Wer in Deutschland Opfer einer vorsätzlichen Gewalttat und dadurch gesundheitlich geschädigt wird, hat Anspruch auf Opferentschädigung. Ziel sei es, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen solcher Taten auszugleichen, schreibt das Bundessozialministerium.
Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Weißer Ring: «Tiefpunkt» bei Entschädigung von Gewaltopfern
Einer Erhebung des Weißen Rings zufolge wurde 2022 fast die Hälfte aller Anträge auf Entschädigung von Gewaltopfern in Deutschland abgelehnt. Das sei ein neuer Negativrekord, so die Hilfsorganisation.
Meistgelesene Artikel
- 18. August 2026
Taira Löbke setzt dem Jubiläum der Damengarde die Krone auf
Erst die Feuerwehr, dann der Regen und am Ende eine Königin
- 11. August 2026
Einbahnstraße auf der B64: Das müssen Autofahrer jetzt wissen
Fernwärme-Arbeiten in Warendorf sorgen ab 13. August für weiträumige Umleitung
Barbecue und Live-Musik mit Rainer Migenda zum Ausklang des ersten Sommers im „Zum Kühlen Grunde“
Neueste Artikel
- 9. September 2026
Kinder bei Unwetter in Freiburg verletzt
Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen, Stromausfall: Ein Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in der Stadt in Baden-Württemberg. Betroffen war auch Bayern.
- 9. September 2026
Tötungsdelikt in Supermarkt – Verdächtiger schwer verletzt
Nach einer tödlichen Attacke in einem Supermarkt sichert die Polizei den Tatort. Die Ermittlungen laufen, der mutmaßliche Täter ist schwer verletzt.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. September 2026
Kinder bei Unwetter in Freiburg verletzt
Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen, Stromausfall: Ein Unwetter sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr in der Stadt in Baden-Württemberg. Betroffen war auch Bayern.
- 9. September 2026
Tötungsdelikt in Supermarkt – Verdächtiger schwer verletzt
Nach einer tödlichen Attacke in einem Supermarkt sichert die Polizei den Tatort. Die Ermittlungen laufen, der mutmaßliche Täter ist schwer verletzt.













