11. Oktober 2022 / Aus aller Welt

Wichtige Bestäubergruppe teils vom Aussterben bedroht

Schwebfliegen zählen nach den Bienen zu den zweitwichtigsten Bestäubern. Doch intensive Landwirtschaft, Vernichtungsmittel und der Klimawandel bedroht die Art in ihrer Existenz.

Veröffentlicht am 11. Oktober 2022 um 15:02 Uhr

Mehr als ein Drittel der als Bestäuber wichtigen Schwebfliegenarten in Europa ist vom Aussterben bedroht. Das berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN), die die Rote Liste der bedrohten Arten herausgibt, am Dienstag. Klimawandel, intensive Landwirtschaft, schädliche Insektenschutzmittel und die nicht nachhaltige kommerzielle Nutzung von Wäldern seien die größten Bedrohungen. Nach der IUCN-Beurteilung gehören 314 der 890 europäischen Arten von Schwebfliegen bereits in eine der drei höchsten Gefährdungskategorien.

Schwebfliegen (Syrphidae) sind vor allem für ihren Schwirrflug bekannt: Dabei können sie fliegend praktisch auf der Stelle verharren, selbst bei Wind. Sie sind nach den Bienen die zweitwichtigste Bestäubergruppe. Die Larven ernähren sich von Blattläusen und kontrollieren so die Populationen von Schädlingen. Die Untersuchung hatte die EU-Kommission in Auftrag gegeben.

Die Insekten hätten nur eine Chance, wenn die Wirtschaft und vor allem die Landwirtschaft umgebaut und nachhaltig werde, sagte der IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. Feuchtgebiete, in denen Schwebfliegen leben, müssten geschützt werden. Für die Larven seien Wälder mit alten Bäumen und umgefallenen Stämmen wichtig. Felder durch Streifen mit Wildblumen oder Hecken abzugrenzen, helfe auch. Die Treibhausgase müssten auch zum Wohle von Insekten heruntergefahren und Ökosysteme wieder hergestellt werden.

Auf der seit 1964 geführten Roten Liste stehen mehr als 41.000 Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind. Die IUCN ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von «ungenügender Datengrundlage» bis «ausgestorben». «Stark gefährdet» ist Stufe 5.


Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

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