24. Mai 2022 / Aus aller Welt

Zwei Schwerverletzte bei Kollision von Zug und Bus nahe Ulm

An einem Bahnübergang prallt am Morgen ein Zug mit großer Wucht in einen Bus und setzt ihn in Brand. Zwei Menschen werden schwer verletzt. Die Polizei spricht von einem Millionenschaden. Wie konnte es dazu kommen?

Der Bus, der in der Nähe von Ulm mit einem Zug kollidierte, ist völlig zerstört.
Veröffentlicht am 24. Mai 2022 um 18:16 Uhr

Bei Blaustein, einem ruhigen Vorort von Ulm, sind am Dienstagmorgen ein Bus und ein Zug an einem Bahnübergang mit großer Wucht zusammengeprallt. Mindestens zwei Menschen wurden bei dem Bahnunglück schwer verletzt.

Wo sonst zwischen weiten Wiesen Spaziergänger unterwegs sind und der Fluss Blau sachte gen Osten fließt, ist am Vormittag das verkohlte Wrack eines Linienbusses zu sehen. Etwa 100 Meter entfernt ist die entgleiste Regionalbahn zum Stehen gekommen.

Gegen 8.30 Uhr war der Zug in Fahrtrichtung Ulm am Bahnübergang im Ortsteil Arnegg in den Bus geprallt und hatte diesen in Brand gesetzt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der Bus brannte vollständig aus.

Der 39 Jahre alte Fahrer des Busses wurde durch den Aufprall aus dem Fahrzeug geschleudert und schwer verletzt. Er war laut Polizei alleine im Bus. Auch der 33-jährige Zugführer zog sich schwere Verletzungen zu. Beide wurden in Kliniken gebracht.

Elf Verletzte Zugpassagiere

Von den 74 Passagieren in der Bahn verletzten sich elf leicht oder mittelschwer, wie die Polizei berichtete. Die anderen kamen mit dem Schrecken davon. Sie wurden in eine Halle in Blaustein gebracht und dort von Seelsorgern betreut.

Die stark beschädigte Front des Zuges zeugt von einem heftigen Zusammenprall. Die Scheibe ist ausgeschlagen, in der Hülle des Zuges klaffen tiefe Löcher. Die Schäden an der Bahnstrecke wie auch an dem Zug liegen nach Schätzungen der Polizei im Millionenbereich. Um das genaue Ausmaß der Schäden beurteilen zu können, müsse die Unfallstelle erst geräumt werden, teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit.

Dem schweren Zusammenprall ging laut Polizei ein Unfall mit einem Motorradfahrer in der Nähe des Bahnübergangs voraus. In Folge des Unfalls staute sich der Verkehr, und der Bus kam zwischen den Schranken auf den Gleisen zum Stehen.

Schranken senkten sich auf den Bus

Als sich die Schranken senkten, trafen sie das Dach des Busses. Der Busfahrer sei zwar ein Stück nach vorne gefahren, der Zug erfasste jedoch den hinteren Teil des Fahrzeugs. Die Bahn konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit großer Wucht auf den Bus. Durch den vorigen Unfall waren bereits Rettungskräfte vor Ort und sorgten so für schnelle Hilfe.

Die Bahnstrecke sowie die Bundesstraße 28 bei Blaustein und die Verbindungsstrecke zum Teilort Arnegg wurden gesperrt. Wie lange die Bahnstrecke noch gesperrt bleiben wird, konnte die Bahn zunächst nicht sagen. Auf dem gesperrten Abschnitt zwischen Ulm und Sigmaringen verkehren solange Busse. Der genaue Unfallhergang soll nun ermittelt werden.

Allein an dem Zug sei ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden, berichtete die Polizei. Die Beschädigung des Busses soll mit rund 250.000 Euro zu Buche schlagen.


Bildnachweis: © Dennis Straub/OMW Images/dpa
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