15. Oktober 2017 / Stadtfest

Fette Summerfeelings

Verkaufsoffener Sonntag

Fette Summerfeelings
Veröffentlicht am 15. Oktober 2017 um 17:30 Uhr

Fette Summerfeelings

Der Fettmarkt findet – seit 360 Jahren – im Oktober statt. Also im Herbst. Sprich: Jacken, Pullöverchen, vorsichtshalber ein Regenschirm. Oder doch nicht?

Heute jedenfalls nicht! Sonnenschirm höchstens. Jacken waren eindeutig in der Minderzahl bei diesem echten T-Shirt Sommerwetter, das bereits vorm Start des verkaufsoffenen Sonntags um 13:00 Uhr viele Menschen in die Warendorfer Innenstadt lockte. Und ihnen wurde in diesem Jahr noch einiges mehr geboten als sonst. Denn zum lockeren sonntäglichen Einkauf kam nicht nur die beliebte Automeile an der Brünebrede hinzu. Ein ganz neuer Markt lockte bereits ab ca. 12:00 Uhr mit Ländlichem, Natürlichem, Historischem und ein wenig Country-Style: „Kürbis, Kappes und Kartoffeln“ lautet der Titel des ausbaufähigen Geschehens vom Laurentiuskirchplatz über den  Schweine- bis zum Heumarkt. Hier wurde Kappes (Weißkohl) geraspelt bis alle Kappesköppe weg waren, und dabei selbstverständlich auch gezeigt, wie Sauerkraut entsteht. Äpfel wurden ganz ohne elektrischen Strom zu naturtrübem Saft und aus „Mama, was ist das?“ wurde Wolle gesponnen. Bei den Altstadtfreunden wies ein Schild auf eine Holzschuhrallye hin.

Die wäre in der Fußgängerzone nicht möglich gewesen. Dicht an dicht drängten sich die Besucher, flanierten, bummelten, schoben und stöberten: Verkaufsoffener Sonntag bei schönstem Wetter eben. Je weiter der Uhrzeiger vorrückte, desto mehr Taschen und Tüten waren zu sehen – ein Anblick, der die Kaufleute sicherlich erfreut hat und sein Abbild im abendlichen Kassensturz finden wird.

Der dürfte auch bei den Gastronomen sehr positiv ausfallen, denn dort wo Sitzplätze waren, waren schnell keine mehr. Selbst die Stehtische am Engelchen und dem Reibekuchenstand des Offizierskorps der Bürgerschützen waren regelmäßig besetzt. Und wer von hier in die Oststraße ging, wurde dort von einer weiteren Neuerung überrascht: Nachbarn aus Holland präsentierten hier alte Handwerkskünste.

Natürlich gab es auch was zu knöttern. Auf dem Marktplatz waren zahlreiche Unmutsäußerungen über die engen Durchgänge an den Rändern zu hören, wo es wegen Rollatoren und Kinderwagen oftmals zu echten Staus kam. Und wenn jedes „Werden die denn nie fertig?“ oder „Sieht auch nicht anders aus als vorher!“ einen Euro bringen würde, gäbe es eine gut gefüllte Kasse.

Reichlich Stau gab es auch wieder bei der Zufahrt zu den Lohwallparkplätzen, ein kleiner Vorgeschmack auf das alljährliche Chaos am Fettmarktmittwoch. Hier wäre das Konzept dringend zu überdenken.

Hinweis: Der Fettmarktmontag bietet auf der Kirmes halbe Preise auf den Fahrgeschäften sowie diverse Rabatten an den sonstigen Ständen. Der Dienstag lockt mit einem besonders interessanten Feuerwerk gegen 20:30 Uhr und der Fettmarkt am Mittwoch verspricht volles Programm bei anhaltendem Summerfeeling – immer noch ohne Pullöverchen und Regenschirm.

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