Rückblick auf ein besonderes Jahr im Kreis Warendorf
Raser-Szene, Großeinsatz und Jubiläum
Das Jahr 2025 stand für den Kreis Warendorf und die Kreispolizeibehörde Warendorf ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Beide feierten ihr 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass lud die Polizei Bürgerinnen und Bürger zu einem Benefizkonzert in die Warendorfer Marienkirche ein. Das Landespolizeiorchester NRW begeisterte über 450 Besucherinnen und Besucher mit einem abwechslungsreichen musikalischen Programm. Dabei kam eine Spendensumme von 2.835 Euro zusammen, die der Notfallseelsorge im Kreis Warendorf zugutekam.
Auch mit Blick auf die Kriminalitätslage zeigt sich ein insgesamt stabiles Bild. Von knapp 14.700 registrierten Straftaten konnten 55,21 Prozent aufgeklärt werden – mehr als jede zweite Tat. Die Zahl der angezeigten Straftaten stieg leicht an, die Kriminalitätsbelastung bewegt sich jedoch weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren.
Positiv ist der Rückgang der Verkehrstoten: Im vergangenen Jahr verloren fünf Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Auch wenn dies weniger als in den beiden Jahren zuvor ist, bleibt jeder dieser Unfälle mit großem Leid für Angehörige verbunden. Gleichzeitig ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten gestiegen. Um Betroffene besser zu unterstützen, hat die Kreispolizeibehörde das Thema Opferschutz verstärkt in den Fokus genommen. Eine interne Arbeitsgruppe entwickelte neue Regelungen für eine intensivere Betreuung von Unfallopfern und Angehörigen. In Zusammenarbeit mit der Notfallseelsorge fanden zudem Fortbildungen für Einsatzkräfte statt, um sie auf das sensible Überbringen von Todesnachrichten vorzubereiten.
Ein weiteres zentrales Thema bleibt die sich wandelnde Mobilität. Neben Autofahrern richtet sich der Blick der Polizei zunehmend auf Nutzer von Pedelecs und E-Scootern. Besonders bei E-Scootern stellen die Einsatzkräfte immer wieder Unwissenheit über Regeln und häufige Verstöße fest. Durch gezielte Aufklärung, Informationskampagnen und konsequente Ahndung von Verstößen soll die Sicherheit im Straßenverkehr weiter erhöht werden.
Die Einsätze im Kreis Warendorf konzentrieren sich vor allem auf den Südkreis. Den größten Anteil machen Verkehrsunfälle mit Sachschäden sowie Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus.
Für einen besonders herausfordernden Einsatz sorgte im Sommer eine Massenschlägerei rivalisierender Fußballfans. Am Bahnhof Oelde trafen rund 600 gewaltorientierte Fans aufeinander. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und weitere Eskalationen zu verhindern.
Auch die sogenannte Raser-, Poser- und Tuningszene beschäftigte die Polizei erneut intensiv. Bereits Anfang März kam es zum sogenannten „Season Opening“, zu dem in sozialen Medien durch die Gruppe „Fullsend NRW“ aufgerufen wurde. Neben mehr als 32 angekündigten Treffen fanden letztlich 21 Veranstaltungen in unterschiedlichen Konstellationen im Kreisgebiet statt. Teilweise kamen mehrere hundert Fahrzeuge zusammen. Häufige Treffpunkte waren Warendorf, Ahlen und Beckum. Auffällig war, dass in diesem Jahr neben Autos auch zunehmend Motorräder an den Treffen teilnahmen – eine zusätzliche Herausforderung für die Einsatzkräfte. Durch frühzeitige Gefährderansprachen und starke Polizeipräsenz vor Ort schritt die Polizei konsequent und niederschwellig ein.
Die vielfältigen Aufgaben zeigen, wie stark sich Kriminalität, Mobilität und gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Warendorf stellen sich diesen Herausforderungen täglich mit großem Engagement, Professionalität und Bürgernähe – für die Sicherheit aller Menschen im Kreis Warendorf.













