Rathaus gefallen – Prinz Matthias I. regiert bis Aschermittwoch
Hobby-Horsing kostet den Bürgermeister die Stadtkasse
Warendorf - War das jetzt ein geschickter Schachzug vom Bürgermeister, als er am Rosensonntag beim Rathaussturm die Stadtkasse ohne große Gegenwehr an Prinz Matthias I., den Warendorfer Tabler aus dem Elferrat, übergab? Klar ist auf jeden Fall, dass er sich mit einem Holzschwert nur schwerlich gegen den Karnevalsprinzen behaupten konnte. Der hatte nämlich hinterlistig sein Laserschwert gezückt. Und im Hobby-Horsing zeigte sich König Petrus (Peter Horstmann) ebenfalls klar unterlegen. Die kleinlaute Ausrede, man habe sein Pferd mit Äpfeln abgelenkt und so hätte er erst später losreiten können, zog nicht.
Dabei wähnte sich Warendorfs erster Bürger zunächst siegessicher. Was können schon 20 bis 25 Tabler gegen die ritterliche Tafelrunde des Bürgermeisters ausrichten, so seine kühne Vorstellung. Selbst die letzte Prüfung bestand Prinz Matthias mit Bravour, um dann festzustellen, dass das Rathaus ja gar nicht abgeschlossen war.
Nun ist es so gekommen, wie es kommen musste. Prinz Matthias I. und sein Gefolge haben das Rathaus übernommen, den Bürgermeister für die kommenden Tage in den Urlaub geschickt und elf närrische Paragrafen in Kraft gesetzt. Darin vorgesehen ist unter anderem eine Loveparade für die Zeit nach der Baustelle. Ebenfalls notiert: Sollte der ÖPNV einmal pünktlich sein, gilt dies als außergewöhnliches Ereignis und ist dem Elferrat zu melden – der diesen Umstand mit einer spontanen Polonaise feiert.
Neben aller närrischen Machtübernahme wurde es auf dem historischen Marktplatz auch feierlich: Im Namen des Bürgerausschusses Warendorfer Karneval und der Warendorfer Karnevalsgesellschaft zeichnete Prinz Matthias I. drei engagierte Damen für ihre besonderen Verdienste im Kinderkarneval aus. Daniela Allendorf, Karoline Minds und Jutta erhielten den Peterbrunnen-Orden für elfjährige Organisation des Kinderkarnevals – ein starkes Zeichen für ehrenamtliches Engagement und gelebte Tradition.
Und sonst? Aufgrund des außergewöhnlich angenehmen Wetters mit viel Sonnenschein war Warendorfs gute Stube bis zum Anschlag gefüllt. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Viele Jecken hatten sich außergewöhnlich und aufwendig kostümiert, wie zum Beispiel die Karnevalsgruppe „WaKaBiGa“ mit ihrer Prinzessin Christin von der taumelnden Tierklinik. Bereits im Vorfeld legte der Kirchenchor St. Laurentius los und feierte im Pfarrheim seine Karnevalsparty, um schließlich beim Rathaussturm auf dem historischen Marktplatz die Gläser klingen zu lassen.
Die Feierlaune in Warendorfs guter Stube wollte kein Ende nehmen. Entsprechend spät ging es im Festzelt auf dem Lohwall weiter, wo unter anderem die kölsche Coverband so richtig vom Leder zog.













