Hesselstadt sichert Haushalt nur mit Reserven
Sassenberg legt ausgeglichenen Haushalt vor – trotz Defizit
Sassenberg – Die Stadt Sassenberg kann ihre geplanten Maßnahmen für das Jahr 2026 nun offiziell umsetzen: Der Haushalt wurde vom Kreis Warendorf geprüft und als zulässig bestätigt. Mit der Veröffentlichung der Haushaltssatzung ist damit der Weg frei für Investitionen und Projekte im laufenden Jahr.
Trotz dieser positiven Nachricht bleibt die finanzielle Lage angespannt. Zwar legt die Stadt erneut einen formal ausgeglichenen Haushalt vor, doch dieser Ausgleich gelingt nur durch den Rückgriff auf die sogenannte Ausgleichsrücklage. Das geplante Defizit von rund 11,1 Millionen Euro wird vollständig aus angesparten Mitteln gedeckt. Dadurch schrumpft die Rücklage auf etwa 5,1 Millionen Euro – Gelder, die voraussichtlich bereits im kommenden Jahr erneut benötigt werden.
Auch der Blick in die Zukunft zeigt Herausforderungen: In der mittelfristigen Finanzplanung rechnet die Stadt weiterhin mit Defiziten. Spätestens ab 2028 könnten diese nicht mehr durch Rücklagen ausgeglichen werden.
Landrat Dr. Olaf Gericke machte bei der Übergabe der Haushaltsverfügung deutlich, dass die Problematik kein Einzelfall ist: „Selbst wirtschaftlich vergleichsweise starke Kommunen wie Sassenberg geraten zunehmend unter Druck. Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, die auf Bundes- und Landesebene beschlossen werden, aber die kommunalen Haushalte erheblich belasten.“ Er fordert daher eine nachhaltige und angemessene finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden.
Auch Bürgermeister Josef Uphoff sieht die Entwicklung kritisch: „Die Genehmigung unseres Haushalts ermöglicht uns zwar Planungssicherheit für das laufende Jahr. Dass dies jedoch nur durch den Einsatz unserer Rücklagen gelingt, kann keine dauerhafte Lösung sein. Die Belastungen durch zusätzliche Aufgaben und steigende Ausgaben nehmen weiter zu.“
Positiv bewertet Kreisdirektor und Kämmerer Dr. Stefan Funke die vorsichtige und realistische Haushaltsplanung der Stadt. Gleichzeitig warnt er vor den langfristigen Folgen: Der kontinuierliche Abbau des Eigenkapitals werde die zukünftige Handlungsfähigkeit einschränken. Rechtliche Bedenken gegen den Haushalt bestehen jedoch nicht.
Einigkeit besteht bei allen Beteiligten in einem Punkt: Um die kommunalen Haushalte dauerhaft zu stabilisieren, braucht es strukturelle Veränderungen. Dazu zählen insbesondere eine spürbare Entlastung bei den Sozialausgaben sowie eine stärkere Beteiligung der Kommunen an den Steuereinnahmen.
Für Sassenberg bedeutet die aktuelle Genehmigung zunächst einen wichtigen Schritt – langfristig bleibt die finanzielle Lage jedoch eine der größten Herausforderungen.













