Regenbogenfarben auf dem Wasser: Nicht immer steckt Öl dahinter
Schillernder Film auf Ems und Emssee sorgt für Fragen
Warendorf - Nicht jeder schillernde Film auf dem Wasser ist gleich ein Ölunfall. Aktuell können Spaziergänger und Naturfreunde auf dem Emssee, der Ems und anderen Gewässern in Warendorf stellenweise einen regenbogenfarben schimmernden Film auf der Wasseroberfläche beobachten. Was auf den ersten Blick nach einer Ölverschmutzung aussieht, hat in vielen Fällen jedoch einen ganz natürlichen Ursprung.
Wie die Stadt Warendorf mitteilt, handelt es sich häufig um einen sogenannten Biofilm, auch „Kahmhaut“ genannt. Dieser entsteht beim natürlichen Abbau von Wasserpflanzen, Algen, Laub und anderen organischen Stoffen. Besonders in ruhigen Gewässerbereichen kann sich diese dünne Schicht auf der Wasseroberfläche bilden. Der Biofilm ist geruchslos, stellt keine Gefahr für Menschen, Tiere oder die Umwelt dar und verschwindet in der Regel nach einiger Zeit von selbst.
Dennoch ist Vorsicht geboten, denn ein ähnliches Erscheinungsbild kann auch durch ausgelaufenes Mineralöl verursacht werden. Für Laien ist die Ursache oftmals nicht sofort erkennbar.
„Ein einfacher Hinweis zur Unterscheidung ist der sogenannte Stocktest“, erklärt Udo Bierbaum, Leiter des Amtes für Umwelt- und Geoinformationen der Stadt Warendorf. „Wird die Filmschicht vorsichtig mit einem Stock bewegt, zerfällt ein Biofilm in kantige Flächen und schließt sich anschließend nicht wieder. Ein Ölfilm fließt dagegen nach kurzer Zeit erneut zusammen.“
Ein weiteres Merkmal kann der Geruch sein. Während ein natürlicher Biofilm geruchslos ist, geht ein Ölfilm häufig mit einem deutlichen Geruch nach Benzin, Diesel, Motor- oder Heizöl einher.
Die Stadt Warendorf bittet Bürgerinnen und Bürger, bei Verdacht auf eine tatsächliche Ölverschmutzung umgehend die Feuerwehr zu informieren. So kann schnell geprüft werden, ob Handlungsbedarf besteht und mögliche Umweltschäden verhindert werden.













