Schwungvoller Start in die Zweiradsaison
Stadtradeln 2022
Landrat Dr. Olaf Gericke machte der Termin am Samstagvormittag sichtlich Spaß. Denn an diesem Tag startete nicht nur das Kreisweite Stadtradeln – auch das neue Knotenpunktsystem für Radler wurde vorgestellt. Ein System, das man in den Niederlanden schon lange kennt. Der Kreis Borken an der dortigen Grenze hat es bereits im Einsatz, der Kreis Warendorf hat seines ebenfalls fertiggestellt und bald soll es, so der Landrat, münsterlandweit genutzt werden können. Es soll, so das langfristige Ziel, zukünftig in ganz NRW und Deutschland Einzug halten und das Fahren mit der Leeze einfacher machen. Denn Auswärtige, vor allem Touristen, interessierten sich nun mal nicht für Stadt- und Kreisgrenzen, sondern dafür, wie sie von A nach B kommen, beschrieb der Landrat die Situation.
Das Prinzip ist einfach. Auf immer gleich aussehenden Wegweisern, die jeweils die deutlich sichtbare Nummer dieses jeweiligen Knotenpunkts tragen, finden Zweiradfahrer Hinweispfeile für verschiedene Nah- und Fernziele, sowie die Nummer des nächsten Knotenpunkts auf diesem Weg. Da alle Kreuzungen und Abzweigungen derartig ausgeschildert sind, ist eine zusätzliche Orientierung vermittels Karten oder Routen-App nicht nötig. Niemand muss sich mehr Richtungen, Ortsnamen, Kilometerangaben oder im kompliziertesten Fall ganze Strecken merken – die Knotenpunktnummern führen zum Ziel. Die Route kann man sich vorab vermittels dieser Nummern zusammenstellen. Karten gibt es bei der Touristischen Arbeitsgemeinschaft und in allen Tourismusbüros.
Allein der Kreis Warendorf verfüge über 800 Kilometer Radwege, so der Landrat. 124 Knotennetzpunkte wurden hier aufgebaut, zudem soll das System durch 54 Informationstafeln ergänzt werden, die derzeit auf Hochtouren produziert werden. Sie sollen an ausgewählten Knotennetzpunkten installiert werden. Die Kosten für das Knotenpunktsystem im Kreis werden vom Land mit 70% gefördert. Sie betragen rund 187.000€.
Mit diesem System können sich auch all jene Radler bestens informieren, die am Kreisweiten Stadtradeln teilnehmen wollen. Im Vorjahr haben über 5.000 angemeldete Leezentreter an 21 Aktionstagen rund 1,4 Millionen Kilometer eingefahren und dem Kreis europa- und deutschlandweit den Platz als „Bester Newcomer“ in der Kategorie 100.000 bis 499.999 Einwohner eingebracht. In diesem Jahr wollen alle 13 Städte und Gemeinden des Kreises Warendorf mitmachen. Ihre Abordnungen, die am Samstagvormittag per Fahrrad zum Kreishaus gekommen waren, haben damit bereits 2107 Kilometer zusammengebracht. „Ein schwungvoller Start in die Fahrradsaison“, so der Landrat. Er freue sich, denn „nach zwei Jahren geht wieder was“.
Dass noch mehr ginge, ist sich Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper sicher. Er wünscht sich, und sprach damit sicher im Namen vieler bis aller Ortsoberen, dass Planungen besser aufeinander abgestimmt werden, dass nicht Straßen, Radwege, Bahnlinien und weitere von vielen unterschiedlichen Stellen geplant werden, sondern verkehrsträgerübergreifend geplant werde. Auch das verstehe er unter der Forderung „Mobilität neu denken“.













