Schützenfest mit unerwarteter Wendung im Ostbezirk
Sören Kunstleve erlöst den Ostbezirk in letzter Minute
Warendorf - Beim Schützenverein Ostbezirk 1953 e.V. wird man sich noch lange an dieses Schützenfest erinnern. Was zunächst wie ein traditionelles Festwochenende begann, entwickelte sich am Sonntag zu einem echten Wechselbad der Emotionen – mit einem spontanen Königsschießen, großer Erleichterung und einem jungen Königspaar, das am Ende ausgelassen gefeiert wurde.
Bereits zum Auftakt des 73. Schützenfestes herrschte beste Stimmung im Warendorfer Osten. Zahlreiche Schützenschwestern und Schützenbrüder waren zum Antreten auf der Breiten Straße erschienen und freuten sich auf das gemeinsame Festwochenende. Der 1. Vorsitzende Thorsten Unland betonte in seiner Begrüßung besonders den Gemeinschaftsgedanken des Vereins. Der Mehrwert eines Schützenvereins sei heute mehr denn je spürbar. Über das gesamte Jahr hinweg habe der Verein mit zahlreichen offenen und schützneutralen Aktivitäten gezeigt, dass Gemeinschaft, Zusammenhalt und Offenheit im Mittelpunkt stehen.
Auch die stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Blacha lobte in ihrem Grußwort die lebendige Vereinskultur im Osten der Stadt. Besonders das generationsübergreifende Miteinander und die gelebte Tradition seien beispielhaft für das Vereinsleben in Warendorf.
Anschließend marschierten die Schützen in gewohnter Weise zum Festplatz, wo ausgelassen gefeiert wurde – bis zum Sonntagnachmittag, als das traditionelle Vogelschießen plötzlich eine unerwartete Wendung nahm.
Denn bis 16 Uhr fehlten ernsthafte Anwärterinnen oder Anwärter auf die Königswürde. Schließlich griff der 1. Vorsitzende Thorsten Unland zum Mikrofon und kündigte an, dass der Vogel um 17 Uhr vollständig heruntergelassen werde, sollte sich niemand mehr zum Wettkampf melden. Der Verein hatte sich bereits im Vorfeld Gedanken über ein mögliches Szenario ohne neues Königspaar gemacht. Die Feierlichkeiten hätten notfalls auch ohne König oder Königin fortgesetzt werden können.
Doch genau diese klare Ansage zeigte Wirkung.
Nur kurze Zeit später traten mit Ann-Sophie Jungemann und Sören Kunstleve plötzlich doch zwei mutige Aspiranten an die Vogelstange. Unter großem Jubel der Besucher entwickelte sich ein spannender und fairer Zweikampf um die Königswürde. Rund 250 weitere Schüsse und knapp eine Stunde später stand fest: Der Ostbezirk hat einen neuen Schützenkönig.
Mit dem 313. Schuss holte der 21-jährige Sören Kunstleve schließlich das hölzerne Federvieh aus dem Kugelfang und sorgte damit für riesige Erleichterung auf dem Festplatz. Der Jubel kannte keine Grenzen. Zu den ersten Gratulanten gehörte dabei auch seine faire Mitbewerberin Ann-Sophie Jungemann. Unter dem Applaus der Gäste wurde der neue König anschließend von Freunden und Schützenbrüdern auf den Schultern zum ersten verdienten Kaltgetränk getragen.
Da die Entscheidung zur Teilnahme am Königsschießen spontan gefallen war, stand unmittelbar nach dem Königsschuss zunächst noch keine Königin fest. Doch passend zu diesem außergewöhnlichen Schützenfest voller spontaner Entscheidungen gelang es dem neuen König schließlich, Lu-Marie Weber für das gemeinsame Regentenjahr zu begeistern.
Mit Unterstützung des Vorstandes wurde daraufhin in kürzester Zeit ein neuer Thron zusammengestellt, sodass die Krönung am Abend – wenn auch mit leichter Verspätung – doch noch feierlich vollzogen werden konnte. Anschließend wurde das neue Königspaar im Festzelt ausgelassen gefeiert.
Der Schützenverein Ostbezirk 1953 e.V. hat damit nicht nur ein neues Königspaar, sondern vermutlich auch eines der außergewöhnlichsten Schützenfeste seiner Vereinsgeschichte erlebt.













