Ende einer Ära: Joachim Windau wird letzter Schützenkönig auf dem Platz der Firma Altefrohne
Spannendes Vogelschießen endet mit Windaus Königsschuss
Neuwarendorf - Es war ein Schützenfest voller Emotionen. Nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen von über 34 Grad brachten die Schützen ordentlich ins Schwitzen – nach 48 Jahren hieß es auch Abschied nehmen vom traditionsreichen Festplatz auf dem Gelände der Firma Altefrohne. Ein Kapitel Vereinsgeschichte ging zu Ende. Für den krönenden Abschluss sorgte schließlich Joachim Windau, der um 16.05 Uhr mit dem 353. Schuss den Vogel aus dem Kugelfang holte und sich unter großem Jubel die Königswürde sicherte.
„Das letzte Mal bei Altefrohne – wenn nicht jetzt, wann dann“, erklärte der 47-jährige Biotechnologe nach seinem Erfolg. Zuvor hatte er sich einen spannenden Zweikampf mit Christoph Hartmeyer geliefert. Für Windau ging mit dem Königsschuss ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Erst im vergangenen Jahr errang er die Hampelmannkönigswürde, zuvor war er bereits König der Ehrengarde. „Man geht nicht in den Schützenverein, wenn man nicht eines Tages König werden will“, sagte er mit einem Lächeln.
Zu seiner Königin erkor er seine Lebensgefährtin Iwona Czaja. Gemeinsam verbindet das Paar die Leidenschaft für Camping, Karneval und natürlich das Schützenwesen. Bereits am Abend wurden beide feierlich gekrönt und eröffneten mit dem Sommerhit „36 Grad“ die Tanzfläche. DJ Marcel Hülsmann sorgte anschließend dafür, dass die Temperaturen im Festzelt mindestens genauso hoch blieben wie draußen.
Der außergewöhnlichen Hitze hatten die Verantwortlichen bereits am Samstag Rechnung getragen. Anders als in den Vorjahren traten die Schützen nicht an der Walgernheide, sondern direkt am Festplatz an. „Ein Marsch durch die pralle Sonne hätte keinen Sinn gemacht“, erklärte Vorsitzender Matthias Kraemer. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Das Wichtigste ist, dass niemand umgekippt ist.“
Während sich viele Schützen an der Theke eine willkommene Abkühlung verschafften und der Musikverein Füchtorf für den musikalischen Rahmen sorgte, wurde auch der Nachwuchs gefeiert. Maren Altenau errang die Kinderkönigswürde und wählte Fritz Stockmann zu ihrem Kinderkönig. Am Abend sorgte die Band „Real Spirit“ für ausgelassene Stimmung auf dem Festplatz.
Nach einer kurzen Nacht begann der Sonntag mit einem Hochamt im Festzelt, das vom Jagdhornbläserkorps Warendorf-Freckenhorst-Hoetmar musikalisch begleitet wurde. Beim anschließenden Frühschoppen zeichnete der Verein Christoph Hartmeyer mit dem Verdienstorden aus. Von 2016 bis 2018 war er Fahnenoffizier, anschließend Feldwebel. Für ihre langjährige Vereinstreue wurden Werner Altenau (60 Jahre), Franz-Josef Kieskemper und Hermann Erlemeyer (50 Jahre) sowie Michael Afhüppe, Jens Evermann und Thorsten Werner (jeweils 25 Jahre) geehrt.
Besonders emotional wurde es, als Schützenkönig Walter Altefrohne, der den Verein bereits 1966 regierte, sowie Angela Plieter als Königin vor 50 Jahren ausgezeichnet wurden. Stehende Ovationen erhielt zudem die Familie Altefrohne. „Einst als Provisorium gedacht, haben wir bei Euch 48 Jahre lang Schützenfest gefeiert“, sagte Matthias Kraemer sichtlich bewegt.
Künftig wird das Schützenfest auf der Wiese an der Heinrich-Tellen-Schule stattfinden. Dort treffen sich bereits am 30. August die Ehrengarden aus dem gesamten Kreisgebiet zum diesjährigen Kreisehrengardentreffen. Damit beginnt für den Schützenverein ein neues Kapitel – die Erinnerungen an 48 Jahre Altefrohne werden jedoch noch lange nachklingen.













