Spontan zum Schuss – und zum König
Die Königsfrage war fast schon geklärt – dann kam Miguel Fiedler
Es ist zwar der frühe Vogel, der sprichwörtlich den Wurm fängt, aber auch ein später Schütze kann einen Vogel holen. Beispielsweise Miguel Fiedler. Der 28-jährige KFZ-Meister stieg am Samstag beim Vogelschießen Hinter den Drei Brücken erst recht spät ein, nachdem zunächst Vogelbauer Strümpler allein auf weiter Flur damit beschäftigt gewesen war, den von ihm gestalteten Vogel Stück für Stück wieder aus dem Kugelfang zu holen. Pflichtbewusst hatten die Medien sich bereits nach seinen Daten und dem Namen der zukünftigen Königin erkundigt, als sich drei weitere Aspiranten anschickten, sich um die Reste des bereits ordentlich tranchierten Vogels zu bemühen. Nach einer kurzen Diskussion zum Thema Fairness fiel Schuss um Schuss, bis Ehrengardist Fiedler den letzten kleinen Klotz um 15:52 mit dem 260. Schuss von der Schraube löste. Die spontane Feier seiner Garde bewies deren Begeisterung, denn der Königsschuss war sozusagen die Krönung des 75-jährigen Jubiläums der Ehrengarde.
Dieser Geburtstag hatte bereits den gesamten Tag über im Mittelpunkt gestanden. Anders als sonst hatte der Verein das große Antreten nebst Ansprachen zum Lohwall und auf den frühen Nachmittag verlegt. Einen kurzen Besuch beim Eichenhof absolvierten sie am Vormittag zur Freude der dortigen Bewohner aber trotzdem.
Auf dem Lohwall hatten sich zahlreiche Gastvereine zum Mitfeiern eingefunden. Darunter auch Vertreter der Schützengesellschaft Eintracht, die Geschäftsführer Sven Wendel ganz besonders herzlich begrüßte. Mit der Bitte um eine Gedenkminute und lobenden Worten gedachte er des jüngst verstorbenen langjährigen Präsidenten der Eintracht Thomas Kirscht. Mit einem betont kleinen Festumzug läuteten die Schützen den Nachmittag ein, der sich – mit zahlreichen spontanen kleinen Feiern am Rande – immer mehr auf das Königsschießen fokussierte. Das brachte nicht nur einen neuen König, sondern schließlich auch einen Thron zustande. Denn Fiedler hatte sich derart spontan zum Vogelschuss entschlossen, dass die Throngesellschaft erst nachher aufgestellt wurde. Zur Königin erkor er die 18-jährige Fachkraft für Lagerlogistik Jolina Barnefsky. Thronpaare sind Thorsten Olk und Franziska Gövert, Jörg Thiemann und Lars Hasenjürgen, Uwe Berlemeier und Jacky Röper, Bastian Butz und Maren Tegelkamp, Jost Vorderlandwehr und Manni Palfner sowie Lucas Hortmann und Anna-Lena Neusel.
Die erfolgreichen Insignienschützen waren Michael Averesch, der mit dem 41. Schuss den Apfel errang, Franz-Josef Jordan, der mit Schuss 69 das Zepter gewann und Jürgen Rüsel, der den Vogel gleich mit dem ersten Schuss der Krone beraubt hatte.
Für den Sonntag, den traditionellen Tag des Kinderschützenfestes und der Ehrungen, wiesen die Archive folgende Jubilare auf:
- 50 Jahre: Wilhelm Beckmann, Heinz Altena, Reinhard Krause, Ulrich Hinney, Leo Dämmer, Mechtild Jordan-Beckhove
- 60 Jahre: Werner Beelenherm
- 65 Jahre: Peter Burian















