Bild: Zum Netzwerktreffen zur Anonymen Spurensicherung trafen sich u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser im Kreis, das Institut für Rechtsmedizin Münster, die Frauen- und Männerberatungsstellen sowie die Fachstelle Schutz vor sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend.
Kreis Warendorf – Nach sexueller Gewalt stehen Betroffene häufig vor einer enorm schwierigen Situation. Neben der medizinischen und psychischen Belastung stellt sich die Frage, ob sie unmittelbar eine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten. Die Anonyme Spurensicherung (ASS) bietet hier eine wichtige Möglichkeit: Spuren können vertraulich und gerichtsfest gesichert werden, ohne dass zunächst eine Anzeige erfolgen muss. Im Kreis Warendorf soll dieses Angebot weiter gestärkt und ausgebaut werden.
Wie die Zusammenarbeit künftig noch verbessert werden kann, war jetzt Thema eines Netzwerktreffens im Warendorfer Kreishaus. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Einrichtungen kamen zusammen, um über die Weiterentwicklung der Anonymen Spurensicherung im Kreisgebiet zu beraten.
Das für Betroffene kostenlose Angebot ermöglicht es, nach sexueller Gewalt mögliche Beweismittel medizinisch sichern zu lassen. Damit bleibt die Möglichkeit erhalten, sich zu einem späteren Zeitpunkt für eine Anzeige zu entscheiden und auf die gesicherten Spuren zurückzugreifen.
Aktuell steht die Anonyme Spurensicherung Frauen im St.-Franziskus-Hospital Ahlen und Männern im St.-Elisabeth-Hospital Beckum zur Verfügung.
Viele Stellen arbeiten gemeinsam
Am Netzwerktreffen beteiligten sich unter anderem Vertreter der Krankenhäuser im Kreis Warendorf, des Instituts für Rechtsmedizin Münster, der Frauen- und Männerberatungsstellen sowie der Fachstelle Schutz vor sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend.
„Die Anonyme Spurensicherung ist ein starkes Signal für den Schutz vor sexueller Gewalt. Dass wir im Kreis Warendorf so gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten, gibt Betroffenen Sicherheit und stärkt das Vertrauen in die Hilfsangebote“, betonte Katrin Diekhoff, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung.
Eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung soll auch die Digitalisierung spielen. Das Institut für Rechtsmedizin Münster arbeitet derzeit intensiv daran, die digitale Plattform iGOBSIS – das „intelligente Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem“ – für die beteiligten Krankenhäuser bereitzustellen.
Das System unterstützt medizinische Fachkräfte bei der Versorgung von Menschen, die Gewalt erfahren haben, und soll gleichzeitig dazu beitragen, Spuren fachgerecht und gerichtsfest zu dokumentieren und zu sichern.
Angebot soll weiter etabliert werden
Neben der medizinischen und technischen Umsetzung beschäftigten sich die Teilnehmer des Netzwerktreffens auch damit, wie die Anonyme Spurensicherung im Kreis Warendorf noch bekannter gemacht werden kann. Besprochen wurden der aktuelle Stand des Projekts, die Öffentlichkeitsarbeit sowie geplante Werbemaßnahmen.
Gesundheitsdezernentin Dr. Anna Arizzi Rusche zog zum Abschluss der Tagung ein positives Fazit: „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg, die Versorgung für Betroffene im Kreis Warendorf weiter auszubauen.“
Damit soll Menschen nach sexueller Gewalt vor allem eines gegeben werden: die Möglichkeit, Beweise frühzeitig sichern zu lassen, ohne sich in dieser Ausnahmesituation sofort für oder gegen eine Strafanzeige entscheiden zu müssen.













