Tornado, Großbrände, Rückerstattung
Ostbeverner Versicherungsverein bleibt stark – 1,76 Mio. Euro für Mitglieder
Ostbevern – Gute Nachrichten für die Mitglieder des Ostbeverner Versicherungsvereins: Trotz erheblicher Schadenbelastungen im Jahr 2024 zeigt sich der traditionsreiche Verein finanziell robust und zukunftssicher. Im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung, die am Mittwochabend im Gasthof Mersbäumer stattfand, präsentierte der Vorstand nicht nur beeindruckende Zahlen, sondern auch eine erfreuliche Botschaft: Insgesamt 1,76 Millionen Euro werden an die Mitglieder in Form von Beitragsrückerstattungen ausgeschüttet.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Helmut Pöhling aus Einen, begrüßte rund 104 Gäste und Mitglieder – ein deutliches Zeichen für den starken Zusammenhalt innerhalb des Vereins. „Trotz eines Jahres mit hohen Schäden können wir Rückstellungen zugunsten unserer Mitglieder auflösen – das zeigt, wie solide unser Verein aufgestellt ist“, betonte Pöhling zum Auftakt des Abends.
Anstelle von turnusmäßigen Wahlen, die in diesem Jahr nicht anstanden, bereicherte ein Gastreferent die Veranstaltung: Finanzexperte Mirko Kohlbrecher von der Spiekermann & Co. zog mit seinem Vortrag „Trump macht die Diversifikation wieder GREAT“ das Publikum in seinen Bann. In einer zunehmend instabilen Weltwirtschaft sei die breite Streuung von Vermögen wichtiger denn je, so sein Appell. Auch Gold sollte in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen. Sein Fazit: „Das größte Risiko ist, gar nicht investiert zu haben.“

Vorstandsvorsitzender Dieter Schulze Zumkley stellte anschließend die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres vor – geprägt durch drei Großschäden, darunter ein Tornado in Telgte und zwei Großbrände. Dennoch konnte ein Rohgewinn von über 1,7 Millionen Euro erzielt werden, der vollständig in die Beitragsrückerstattung fließt. Der ausgewiesene Jahresüberschuss von rund 128.000 Euro stammt überwiegend aus dem Kapitalanlagegeschäft und wird der freien Rücklage zugeführt, womit das Eigenkapital auf nun 3,3 Millionen Euro anwächst.
Die Bruttoschäden beliefen sich auf 3,75 Millionen Euro, was einer Schadenquote von 93 Prozent entspricht – ein drastischer Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (42 Prozent). Dank Rückversicherungen verblieben davon jedoch nur rund 997.000 Euro beim Verein. Die Betriebskosten lagen mit 247.000 Euro erfreulich niedrig – das entspricht einer schlanken Kostenquote von lediglich 6,1 Prozent.
Das Kerngeschäft bleibt weiterhin die Feuerversicherung mit Beitragseinnahmen von rund 2,5 Millionen Euro und entsprechenden Schadenzahlungen von 1,7 Millionen Euro. Dank Rückversicherung konnten 1,6 Millionen Euro in die Rückerstattung einfließen. Auch in der Wohngebäudeversicherung, trotz einer hohen Schadenquote von 133 Prozent, konnten immerhin 124.000 Euro rückerstattet werden. Die Hausratversicherung verlief nahezu ausgeglichen, während der Tornado vom Juli 2024 die übrigen Sparten stark belastete.
„Diese Zahlen zeigen einmal mehr, wie leistungsfähig wir auch in Krisenzeiten sind – und wie wertvoll eine gute Rückversicherung ist“, fasste Vorstandsmitglied Rainer Kuhlage zusammen. Schulze Zumkley ergänzte mit einem Schmunzeln: „Bei uns geht’s menschlich zu. Wir sind ein starkes Team mit Herz – und das spüren auch unsere Mitglieder.“
Der vollständige Geschäftsbericht ist ab sofort online abrufbar unter www.ostbeverner.de.

Von links: Klaus-Martin Decker (Telgte), Anja Große Vogelsang (Westbevern), Andreas Pohlmann (Ostbevern), Dieter Schulze Zumkley (Vorstand), Stefan Leuer (Westbevern, Stellvertreter), Rainer Kuhlage (Vorstand), Stefan Hagedorn (Milte), Georg Niehoff (Ostbevern, besonderer Vertreter) und Helmut Pöhling (Aufsichtsratsvorsitzender, Einen),













